Wissenschaftspreis für Montanistinnen 2026

Foto: © MUL/Tauderer.
Foto: © MUL/Tauderer.

Die Montanuniversität verleiht heuer zum siebten Mal den Wissenschaftspreis für Montanistinnen. Mit diesem Preis werden Wissenschaftlerinnen und Studentinnen der Montanuniversität ausgezeichnet, die in ihrem Forschungsgebiet herausragende Leistungen erbracht haben oder die das Potential haben, ihren Fachbereich durch weitere wissenschaftliche Spitzenleistungen in Zukunft zu prägen.

In Anlehnung an die verschiedenen Stadien eines wissenschaftlichen Werdeganges wird der Wissenschaftspreis in vier Kategorien vergeben: Bakkalaureat, Master, Praedoc und Postdoc. Der Preis ist mit insgesamt 8000 Euro dotiert, wobei jede der vier Preisträgerinnen einen Betrag von 2000 Euro erhält.

Die Nominierung der Preisträgerinnen erfolgt durch die Lehrstuhlleiter*innen, Professor*innen und habilitierte Wissenschaftler*innen der Montanuniversität. Die Gewinnerinnen des Wissenschaftspreises werden anschließend durch eine hochkarätige externe Jury ausgewählt. Der Preis stellt eine Anerkennung und Würdigung der Montanuniversität für die Forschungsleistungen von Frauen dar. Die Preisträgerinnen sollen als Vorbilder dienen und junge Frauen zur Wahl einer wissenschaftlichen Karriere motivieren.

Die Preisträgerinnen

Kategorie Postdoc: Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. mont. Eva Gerold Eva Gerold ist Assoziierte Professorin am Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie und leitet das CD-Labor für Fortschrittliches Recycling von Lithium-Ionen-Batterien an der Montanuniversität. Sie untersucht innovative Recyclingverfahren für Lithium-Ionen-Batterien, PV-Zellen und metallhaltige Schlacken, um wertvolle Metalle nachhaltig zurückzugewinnen. In Verbindung von Grundlagenund Anwendungsforschung adressiert sie Ökologische und technologische Herausforderungen und identifiziert potenzielle Handlungsfelder. Die Schwerpunkte liegen auf der Anpassung an neue Batterietechnologien, integrierten Strategien und Synergieeffekten, die Ressourcenschonung und eine effiziente Kreislaufwirtschaft fördern.

Kategorie Praedoc: Dipl.-Ing. Lea Luznik Leah Luznik vom Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie beschäftigt sich in ihrer Forschung mit der Weiterentwicklung des industriellen Zink-Recyclingprozesses. Hartmetalle sind essenzielle Werkstoffe für Schneidwerkzeuge und enthalten mit Wolfram und Cobalt zwei kritische Rohstoffe. Eine effiziente Wiederverwertung dieser Materialien ist daher ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigeren Ressourcennutzung. Durch gezielte Anpassungen der Prozessführung wird untersucht, wie Zink mit dem Material in der Gasphase statt in der flüssigen Phase reagieren kann. Dieser Ansatz bietet das Potenzial, den Energiebedarf des Prozesses deutlich zu senken und gleichzeitig eine hohe Rückgewinnung der wertvollen Rohstoffe zu gewährleisten.

Kategorie Master: Dipl.-Ing. Antonia Siebenbrunner Antonia Siebenbrunner vom Lehrstuhl für Allgemeine und Analytische Chemie hat in ihrer Masterarbeit eine Methode zur passiven Probenahme von Strontium, Barium und seltenen Erdelementen erfolgreich in Laborversuchen getestet und in drei Flüssen des Amazonasbeckens (Rio Negro, Solimões und Amazonas) angewandt. Die diffusionsbasierte Methode eignet sich für die Bestimmung von Strontium-Isotopenverhältnissen in dynamischen Flussumgebungen, selbst unter extremen Bedingungen (niedrige Ionenstärke, niedrige Strontiumund im Verhältnis dazu hohe Rubidium-Konzentrationen).

Kategorie Bakkalaureat: Lena Marie Hafellner Die Ergebnisse der Arbeit von Lena Marie Hafellner leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der metallbasierten additiven Fertigung. Stickstoffverdüsung als kostengünstige Alternative zu Argon eröffnet ein bislang wenig genutztes Optimierungspotenzial für pulverbasierte additive Fertigungsprozesse. Die Festigkeitssteigerungen bei gleichzeitig hoher Pulverqualität und hoher relativer Dichte belegen, dass Prozesskosten reduziert werden können, ohne massive werkstofftechnische Nachteile zu erhalten.