karriere in der industrie
Sie haben eine wissenschaftliche Ausbildung und interessieren sich für eine Karriere außerhalb der Universität – in Österreich oder aus dem Ausland? Hier finden Sie einen Überblick über Jobmöglichkeiten für Forschende und Postdocs in der österreichischen Industrie.
Wo gibt es solche Jobs?
Österreich hat eine starke, vielfältige Wirtschaft mit einem hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Besonders gefragt sind Kompetenzen in Bereichen wie Maschinenbau, Umwelttechnologie, Medizintechnik, Chemie, Pharma, IT und erneuerbare Energien. Forschung und Innovation spielen dabei eine zentrale Rolle – Österreich investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung, auch im privaten Sektor. Viele Industrieunternehmen betreiben eigene F&E-Abteilungen und sind auf wissenschaftlich geschultes Personal angewiesen.
Wer wird gesucht?
Die österreichische Industrie sucht Fachleute auf verschiedenen Qualifikationsstufen. Mit einem abgeschlossenen Masterstudium haben Sie bereits gute Chancen, mit einem Doktortitel oder mehrjähriger Forschungserfahrung erhöhen sich diese weiter – insbesondere in spezialisierten Bereichen.
Je nach Position bevorzugen Unternehmen entweder jüngere Talente mit frischem Uni-Abschluss oder erfahrene Expertinnen und Experten aus der Forschung.
Ein naturwissenschaftlicher oder technischer Hintergrund ist oft von Vorteil – in diesen Bereichen ist die Nachfrage am größten. Berufserfahrung, etwa durch Praktika oder Industriekooperationen während des Studiums oder der Dissertation, verbessert Ihre Chancen zusätzlich.
Was gilt für internationale Bewerber:innen?
Auch als Nicht-Österreicher:in haben Sie realistische Chancen auf eine Anstellung – insbesondere wenn Sie aus einem EU- oder EWR-Land kommen. In vielen technischen Bereichen fehlen qualifizierte Fachkräfte, und internationale Bewerber:innen sind ausdrücklich willkommen. Englisch wird in vielen Forschungsabteilungen gesprochen, aber Deutschkenntnisse erleichtern den Einstieg im Alltag und im Team erheblich.
Wie sehen die Arbeitsverhältnisse aus?
In der Industrie sind Stellen in der Regel unbefristet. Falls es sich um befristete Positionen handelt (z. B. Projektverträge), ist dies in der Ausschreibung klar angegeben. Die Arbeitsbedingungen – wie Wochenarbeitszeit, Gehalt, Urlaubsanspruch – sind im Arbeitsvertrag genau geregelt.
Vollzeitstellen sind Standard, aber auch Teilzeitmodelle sind zunehmend verbreitet. Teilzeit bedeutet in der Regel eine entsprechend reduzierte Arbeitszeit – unbezahlte Überstunden werden normalerweise nicht erwartet.
Was verdient man?
Das Gehalt hängt stark von der Position, dem Tätigkeitsbereich, Ihrer Erfahrung und dem jeweiligen Unternehmen ab. Für Einsteiger:innen mit einem Doktortitel beginnt das Bruttomonatsgehalt oft bei rund 3.800 bis 4.500 Euro, kann aber – je nach Branche – deutlich höher ausfallen. Die Bezahlung ist im Arbeitsvertrag festgehalten. Tarifverträge oder Kollektivverträge spielen dabei ebenfalls eine Rolle, vor allem in größeren Unternehmen.
Wie bewirbt man sich?
Offene Stellen finden Sie über allgemeine Jobplattformen, aber auch direkt auf den Karriereseiten der Unternehmen. Viele Firmen veröffentlichen ihre Vakanzen ausschließlich dort.
Bewerben Sie sich gezielt auf Stellen, die zu Ihrem Profil passen – mit einem klaren, gut strukturierten Lebenslauf und einem individuell verfassten Motivationsschreiben.
Wenn Sie aus dem Ausland kommen, übernimmt in der Regel der Arbeitgeber die Abwicklung der nötigen Formalitäten, etwa im Hinblick auf Aufenthalt und Beschäftigung.
🛠️ Tipps für den Einstieg in die Industrie
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🔍 Zielgerichtet suchen – Nutzen Sie Jobportale wie karriere.at, StepStone, derStandard.at oder das AMS-Jobportal. Auch die Karriereseiten von Unternehmen sind oft eine gute Quelle.
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📄 Bewerbungsunterlagen anpassen – Ein klar strukturierter Lebenslauf und ein individuelles Motivationsschreiben (kein generisches Anschreiben!) sind entscheidend.
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🤝 Netzwerke nutzen – Knüpfen Sie Kontakte über Alumni-Vereinigungen, Karrieremessen, LinkedIn oder fachspezifische Events.
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🇩🇪 Deutschkenntnisse verbessern – Auch wenn in vielen F&E-Abteilungen Englisch gesprochen wird: Grundkenntnisse in Deutsch sind im Alltag und im Team ein großer Vorteil.
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🧭 Kollektivverträge beachten – Informieren Sie sich über die für Ihre Branche geltenden kollektivvertraglichen Mindestgehälter und Arbeitsbedingungen (z. B. über die WKO-Webseite).
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🧳 Für internationale Bewerber:innen – Achten Sie auf Visumspflichten (für Drittstaatenangehörige) und informieren Sie sich frühzeitig beim Österreichischen Integrationsfonds oder help.gv.at.
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🧪 Bringen Sie Ihre Forschungserfahrung ein – Auch wenn Industriearbeit anwendungsorientierter ist: Ihre Fähigkeit, analytisch zu denken und Probleme systematisch zu lösen, ist ein großer Pluspunkt.
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📋 Projektmanagement zählt – Wer in der Forschung Projekte organisiert, Deadlines einhält, Budgets verwaltet und Teams koordiniert, bringt wertvolle Managementfähigkeiten mit – ein klarer Vorteil in der Industrie.