Porträtfoto von Sophie Lecheler
Porträtfoto von Sophie Lecheler (© Barbara Mair) - Auch im aktuellen Bundespräsidentschaftswahlkampf wird gezielte Wahlwerbung über die sozialen Medien gemacht Demokratie funktioniert nur, wenn Bürger*innen informierte Entscheidungen treffen können. Doch was, wenn der Newsfeed so personalisiert ist, dass niemand mehr so genau weiß, welche Informationen wir eigentlich vorgesetzt bekommen - und von wem? Was die User*innen tatsächlich sehen, ist durch Algorithmen für den einzelnen, aber auch für die Wissenschaft teilweise zu einer Black Box geworden. Daher starten die Kommunikationswissenschafterin Sophie Lecheler und ihr Team an der Universität Wien einen "Datenspendeaufruf". So wollen sie politische Diskurse in Zeiten der Digitalisierung verstehen. Auch zum sogenannten Mikrotargeting im Wahlkampf bei der anstehenden Bundespräsidentschaftswahl in Österreich gibt die Expertin ihre Einschätzung. Der freie Zugang zu Medien ist für eine "gesunde" Demokratie essentiell - schließlich benötigen wir ausgewogene Informationen, um unsere (Wahl-)Entscheidungen treffen zu können. Doch was passiert eigentlich mit der Demokratie, wenn wir mehr und mehr in individualisierten Informationswelten leben und nur das konsumieren, was uns Google oder Facebook serviert? Wenn ich die Themen des Tages nicht mehr mit der Nachbarin diskutieren kann, weil "ihre" Neuigkeiten ganz andere sind als meine? Oder wenn Menschen Nachrichten komplett vermeiden, zum Beispiel weil sie diese zu negativ finden? Wo Algorithmen bestimmen, welche Beiträge in unserem Newsfeed auftauchen - zugeschnitten auf unsere Profile, auf unser Verhalten im Netz - ist es für die Wissenschaft teilweise zur Black Box geworden, was die User*innen zu lesen bekommen.
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