Neues Antihormon-Medikament bei Prostatakrebs erfolgreich getestet

Ein relativ neues Arzneimittel, das den Androgen-Signalweg auf mehrfacher Ebene blockiert, hilft Männern mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom, bei denen eine Kastration per Medikament oder Chirurgie keine Wirkung mehr zeigt. Dies erfolgt auch ohne Chemotherapie. Das hat eine Studie ergeben, an der auch Wiener Wissenschafter beteiligt waren. Die Resultate werden am Donnerstag in San Francisco bei einer Spezialtagung der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO) vorgestellt. Es handelt sich um die Ergebnisse von groß angelegten wissenschaftlichen Studien (1.700 Probanden) zur Wirksamkeit der Substanz Enzalutamid. Der Androgenrezeptor-Antagonist wurde gegen den sogenannten kastrations-resistenten Prostatakrebs (CRPC) entwickelt und hemmt das durch männliche Sexualhormone angeregte Tumorwachstum. "Tatsächlich, so die Daten, kann das innovative Therapeutikum das Sterblichkeitsrisiko der Patienten um 30 Prozent senken. Das Risiko, dass der Tumor weiter wuchs oder der Betroffene starb, konnte gegenüber einer Placebogruppe sogar um 81 Prozent gesenkt werden", hieß es am Montag in einer Aussendung. "Die Daten, die am Donnerstag präsentiert werden", erklärte Michael Krainer, Leiter der Arbeitsgruppe Urologische Tumore an den Universitätskliniken der MedUni Wien im AKH, "beziehen sich dabei auf Patienten, die bisher noch keine Chemotherapie erhalten haben. Die neue Verwendungsmöglichkeit dieses Therapeutikums bietet für diese Patientengruppe eine wirksame Behandlungsalternative." Für Männer mit einem kastrations-resistenten Prostatakarzinom und Chemotherapie wurde das Arzneimittel bereits im vergangenen Jahr zugelassen. Prostatakarzinome sind zumindest am Beginn ihrer Entwicklung
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