Chronische Erkrankungen treten oft in Kombination mit Sexualstörungen auf
Bis zu 80 Prozent aller chronisch-kranken Menschen leiden gleichzeitig an Sexualfunktionsstörungen, die entweder durch die Erkrankung selbst oder durch Medikamente oder andere medizinische Interventionen ausgelöst werden können. Das gilt insbesondere für Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas oder Atherosklerose, aber auch Krebs. 54,4 Prozent aller DiabetikerInnen, 63 Prozent aller PatientInnen mit Adipositas, 41 Prozent der Bluthochdruck-PatientInnen, 51 Prozent aller PatientInnen mit Fettstoffwechselstörungen und 71 Prozent der KrebspatientInnen leiden an einer Sexualfunktionsstörung. Das betont Michaela Bayerle-Eder von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien anlässlich des ersten sexualmedizinischen Kongresses der MedUni Wien und der Österreichischen Gesellschaft für Sexualmedizin und sexuelle Gesundheit am kommenden Wochenende. 'Viele Medikamente, mit denen diese und andere Erkrankungen behandelt werden, haben Nebenwirkungen, die sich auf die Libido negativ auswirken“, so die Expertin, die vor zwei Jahren als erste Österreicherin die erstmals europaweit durchgeführte Facharztprüfung für Sexualmedizin abgelegt hat und an der MedUni Wien am Aufbaue eines Zentrums für sexualmedizinische Forschung mitwirkt. Bayerle-Eder weiter: 'Gerade in der Medizin führt die Sexualität ein Schattendasein, obwohl eine gestörte Sexualfunktion sowohl Ursache als auch Folge einer Vielzahl somatischer und psychischer Erkrankungen sein kann und in fast jeder medizinischen Spezialdisziplin eine große Rolle spielt. Dadurch kommt es zu einer Verschlechterung der Lebensqualität oft schon bei jungen PatientInnen und ihrer Partner.“ Sexuell aktive Menschen leben länger
