Nachruf: Walter Kohn
Für alle, die Walter Kohn auch persönlich kannten, ist es kaum vorstellbar, dass er nicht mehr unter uns ist. Seine wegweisenden Beiträge zur modernen Physik, von der Kohn-Anomalie bis zur Dichtefunktionaltheorie, haben das Tor zu einem neuen und tiefen Verständnis der elektronischen Struktur von Molekülen und Festkörpern geöffnet. Wie Wenigen vor ihm und nach ihm ist es gelungen zu zeigen, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Walter Kohn wurde 1923 in eine großbürgerliche jüdische Familie geboren und verbrachte seine Kindheit in Mariahilf, wo er auch die Volkschule in der Gumpendorferstraße besuchte. Seine weitere Ausbildung begann er am Wiener Akademischen Gymnasium, das er jedoch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlassen musste, um in das jüdische Gymnasium in der Leopoldstadt zu wechseln. Walter Kohn sprach von seiner Zeit im Akademischen-, als auch im Chajes-Gymnasium immer mit besonderer Dankbarkeit für die hohe Qualität der Ausbildung, die ihm dort vermittelt wurde. Mit einem der letzten Kindertransporte gelang Walter und seiner Schwester die Flucht nach England, seine Eltern blieben zurück und wurden in Theresienstadt ermordet.



