ERC Consolidator Grant für Shotaro Otsuka

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Bild: Max Perutz Labs/Max Kropitz
Bild: Max Perutz Labs/Max Kropitz

Shotaro Otsuka, Leiter einer Forschungsgruppe an den Max Perutz Labs, hat einen der renommiertesten Auszeichnungen für Forschende in Europa erhalten - den ERC Consolidator Grant. Mit der Förderung in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro über fünf Jahre werden sowohl seine bisherigen Leistungen, als auch sein zukünftiges Potenzial gewürdigt. Die Arbeitsgruppe erforscht die interorganelle Kommunikation zwischen dem endoplasmatischen Retikulum und dem Zellkern. Das Projekt "conNEctoeR" zielt darauf ab, die Struktur und Funktion von Membranverbindungen zu verstehen, die den Zellkern mit dem endoplasmatischen Retikulum verbinden.

Um ihre Funktion zu erfüllen, sind eukaryontische Zellen mit hochspezialisierten Organellen ausgestattet. Die Kommunikation zwischen diesen Organellen ist wichtig für die ordnungsgemäße Funktion der Zelle. Das endoplasmatische Retikulum (ER), der Ort der Synthese und des Umsatzes der meisten Lipide und Membranproteine, spielt eine Schlüsselrolle bei der Kommunikation zwischen diesen Organellen. Das ER ist über Membranverbindungen mit der äußeren Kernmembran verbunden und stellt die Versorgungskette der Kernmembran mit Proteinen und Fetten dar. Die strukturelle Beschaffenheit und Regulierung der ER-Kernmembran-Verbindungen sind jedoch nur unzureichend bekannt. Das Otsuka-Labor hat sich zum Ziel gesetzt, die molekulare Zusammensetzung dieser Verbindungen sowie die Mechanismen, die sie regulieren, zu erforschen.

Mit "conNEctoeR" verfolgt das Otsuka-Labor drei Ziele zur Erforschung der ER-Kern-Verbindungen: "Wir wollen untersuchen, welche Proteine diese Verbindungen regulieren, wie die Form der Verbindung den Transport von Makromolekülen beeinflusst und welcher Mechanismus dahinter steckt", erklärt Shotaro Otsuka. Mit einer Kombination aus hochauflösender Elektronenmikroskopie, Protein-Engineering und Massenspektrometrie verfolgt das Otsuka-Labor einen systematischen Ansatz, um die Zusammensetzung und Struktur dieser ER-Zellkern-Verbindungen zu entschlüsseln.

Mit dieser Auszeichnung erhöht sich die Gesamtzahl der ERC-Zuschüsse der Wissenschafter:innen an den Max Perutz Labs auf 18.

Über Shotaro Otsuka

Shotaro Otsuka wurde in Tokio, Japan, geboren und promovierte in Biophysik an der Universität Kyoto. Für seine Arbeit als Postdoc zog er 2011 nach Europa an das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg, Deutschland. Im Jahr 2019 eröffnete er sein eigenes Labor an den Max Perutz Labs Vienna.

Über die Max Perutz Labs

Die Max Perutz Labs sind ein Joint Venture der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien. Das Institut betreibt herausragende, international anerkannte Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Molekularbiologie. Wissenschafter:innen der Max Perutz Labs erforschen grundlegende, mechanistische Prozesse in der Biomedizin und verbinden innovative Grundlagenforschung mit medizinisch relevanten Fragestellungen.
Die Max Perutz Labs sind Teil des Vienna BioCenter, einem führenden Hotspot der Lebenswissenschaften in Europa. Am Institut sind mehr als 40 Forschungsgruppen mit rund 400 Mitarbeiter:innen aus mehr als 50 Nationen tätig.
www.maxperutzlabs.ac.at