Wieviel "Welt" steckt im Ersten Weltkrieg?
Der Erste Weltkrieg wird in der Öffentlichkeit immer noch als ein europäischer Krieg wahrgenommen: Die europäischen kriegführenden Mächte stehen im Vordergrund unserer Wahrnehmung und die Kampfhandlungen in Galizien, in Italien (Isonzo-Front) und an der Westfront in Frankreich stehen im Mittelpunkt des öffentlichen Gedächtnisses. Warum aber spricht man dann von einem ,,Weltkrieg'"? Wieviel ,,Welt" steckt denn tatsächlich in diesem Ersten Weltkrieg? Ist es nur ein Weltkrieg, weil die europäischen Mächte weltbeherrschend waren? Gilt noch die alte Schulbuchweisheit, dass der europäische Krieg erst durch den Kriegseintritt der USA 1917 zu einem wirklichen Weltkrieg wurde? Prof. Marcus Gräser, Vorstand des Instituts für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, gibt spannende Antworten auf diese Fragen. Der Erste Weltkrieg, dessen Ausbruch sich heuer zum hundertsten Male jährte, ist in den Medien auf eine Weise präsent, die wenig Fragen offen lässt. Noch nie standen so viele Dokumente zur Verfügung und der Kenntnisstand der Forschungsliteratur ist groß. Wer sich informieren will - schnell oder auch mit viel Zeit - findet eine Fülle an großartigen Büchern vor und kann sich im Internet oder auch auf guten Fernsehkanälen kompetent informieren lassen. Wann und warum wird ein Krieg zu einem Weltkrieg? - ,,Von einem Weltkrieg kann sinnvoll dann gesprochen werden, wenn Staaten aus und auf mehreren Kontinenten mit eigenen Ambitionen an einem Krieg teilnehmen.

