Was wir von LEGO lernen können: Vom Kinderzimmer ins Labor
Spielen in der physikalischen Forschung? Die meisten Menschen erachten das Spiel als exakten Gegenpol der Wissenschaft: ein reiner Zeitvertreib, wenn nichts Wichtigeres unserer Aufmerksamkeit bedarf. Eine Verbindung zu seriöser Forschung erscheint also vorerst sinnwidrig. Ein näheres Nachdenken zeigt aber schnell, dass ein spielerisches Herangehen oft den wissenschaftlichen Fortschritt vorantreibt. Der Forscheralltag folgt keinem strengen Lehrbuch, schon Einstein war überzeugt: "Spielen ist die höchste Form der Forschung" - weshalb auch Forscher der JKU gerne mal zu Kinder-Bausteinen greifen. Seit Jahrzehnten begeistert LEGO , vielen ein Inbegriff des Spielens, Menschen aller Altersklassen. In seiner Diplomarbeit mit dem Titel "Plastic tests Plastics" befreite Richard Moser die bunten Bauelemente aus ihrer vertrauten Kinderzimmerumgebung und hob die metaphorische Bedeutung des Spielens auf eine neue Ebene: Mit LEGO-Technic , -Mindstorms und zweckmäßigen Erweiterungen entwickelte er ein präzises Messinstrument für Elastomere: ,,Diese hochelastischen Kunststoffe lassen sich - wie Gummi - auf ein Mehrfaches ihrer Länge dehnen, ohne nach dem Loslassen permanent verformt zu sein" erläutert Moser. Technik als Kinderspiel - Konkret baute er eine kostengünstige Zugprüfmaschine.


