Erste Bilanz: MINT-Schulversuch motiviert Schüler:innen und Eltern

Österreich braucht dringend mehr gut ausgebildete Fachkräfte in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Das Bildungsministerium hat dazu einen Schulversuch, die -MINT-Mittelschule-, ausgeschrieben, der seit 2022 an 57 Standorten bundesweit erprobt wird. Dafür wurde ein Lehrplan für das neue, mit elf Wochenstunden ausgestattete und interdisziplinär unterrichtete Fach -MINT- entwickelt. Die Universität Klagenfurt und die Pädagogische Hochschule Kärnten begleiten den Schulversuch wissenschaftlich. Erste Resultate sind vielversprechend.

Erste Zwischenergebnisse des bundesweiten Schulversuchs zeigen: Das innovative Modell kommt sowohl bei Schüler:innen, als auch bei Lehrkräften, Schulleitungen und Eltern gut an. -Es fördert Interesse und Motivation für zukünftige Berufsfelder, und zwar bei Mädchen und Buben gleichermaßen", berichtet das Forschungsteam rund um Carina Spreitzer, Florian H. Müller (Universität Klagenfurt) und Christine Ragginer (Pädagogische Hochschule Kärnten). Sie haben alle 57 Schulstandorte besucht und insgesamt 4.000 Schüler:innen zu dem Schulversuch befragt. -Der integrierte, handlungsorientierte Ansatz ist innovativ und findet bei allen Beteiligten großen Anklang. Damit setzt das MINT-­Mittelschulmodell auch international Maßstäbe", sagen sie.

Der Schulversuch läuft noch bis zum Schuljahr 2028/29 und wird von der Universität Klagenfurt und der Pädagogischen Hochschule Kärnten (IMST) weiterhin begleitet und evaluiert. -Wenn wir sehen, mit wie viel Freude und Kreativität Kinder in den MINT-Mittelschulen an die Themen der Zukunft herangehen, ist das ein klares Signal-, so Bildungsminister Christoph Wiederkehr.

Veraltete Rollenbilder werden abgebaut

Die erste Tranche der wissenschaftlichen Begleitforschung liefert klare Tendenzen: Praxisnahe Projekte, Exkursionen in Betriebe und eigenständiges Forschen kommen bei den Jugendlichen hervorragend an und sorgen für eine hohe Zufriedenheit. Gleichzeitig zeigt sich eine besonders starke Motivation, da viele Schüler:innen im MINT-Unterricht aus Freude und eigener Éberzeugung lernen. Zudem trägt das Konzept zur Chancengleichheit bei, weil es Mädchen und Buben gleichermaßen begeistert und damit hilft, veraltete Rollenbilder abzubauen. Auch die Eltern stellen dem Modell ein hervorragendes Zeugnis aus: Eine große Mehrheit der Befragten bescheinigt den MINT-­Mittelschulen eine exzellente Ausbildungsarbeit und betont die Wichtigkeit der MINT-Kompetenzen für die Zukunft ihrer Kinder.

Fortbildung und Unterrichtsmaterialien

Die befragten Lehrkräfte zeigen hohes Engagement und sehen im MINT-Schulversuch ein zukunftsweisendes Modell. Gleichzeitig formulieren sie klare Wünsche für eine dauerhafte Verankerung:

- Gezielte Fortbildungsangebote: Als direkte Antwort auf den Bedarf wurde bereits gehandelt. Seit dem Schuljahr 2025/26 bieten neun Pädagogische Hochschulen den umfassenden Hochschullehrgang -MINT- an. Die Anmeldung für weitere interessierte Lehrkräfte der Sekundarstufe aus ganz Österreich ist ab jetzt möglich. (Infos: https://hlgmint.at )

- Praxiserprobte Unterrichtsmaterialien: Der Wunsch nach eigens entwickelten MINT-Unterrichtsmaterialien für das neue, verschränkt unterrichtete Fach -MINT- zeigt, dass die Schulen den Schulversuch aktiv weiterentwickeln möchten. Um die Schulen zu unterstützen, hat die Initiative IMST (Innovationen machen Schulen TOP) eine zentrale Onlineplattform mit qualitätsgeprüften MINT-Materialien entwickelt.

Wunsch nach fixer Verankerung

Eine mögliche Éberführung des Schulversuchs in das Regelschulwesen findet bei einer großen Mehrheit der Schulleitungen breite Zustimmung. Auch die hohe regionale Nachfrage nach Schulplätzen in den MINT-Klassen unterstreicht den Bedarf an diesem Bildungsangebot. Gleichzeitig sprechen sich viele Schulen für mehr organisatorische Flexibilität und größere Autonomie aus, um das Konzept langfristig erfolgreich umsetzen zu können.

über das Projekt

Die Evaluation und Begleitforschung zum Schulversuch -MINT­Mittelschulewird im Rahmen von IMST vom Institut für Unterrichts- ­und Schulentwicklung (IUS) der Universität Klagenfurt in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Kärnten durchgeführt. Im Rahmen einer mehrjährigen Längsschnittstudie werden an allen 57 Schulstandorten Daten von Schüler:innen, Eltern, Lehrpersonen und Schulleitungen erhoben, um Gelingensbedingungen und Effekte des integrierten MINT­Unterrichts zu analysieren. Die Ergebnisse basieren auf den ersten beiden Befragungswellen des Schuljahres 2024/2025. Der Endbericht zum Schulversuch MINT-Mittelschule wird 2027 veröffentlicht.

Weitere Infos unter: Forschungsdesign
Infos zum Hochschullehrgang MINT

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