Den beiden Early Career Researchers Rebecca Scheiber und Selina Noetzel ( Institut für Medienund Kommunikationswissenschaft ) wurden in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen im Doktorats-/PhD-Studium sowie für ihre herausragenden Dissertationen am 10. Dezember 2025 Awards of Excellence des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung zuerkannt. Rebecca Scheiber schloss ihr Doktoratsstudium an der Universität Klagenfurt ab. Selina Noetzel promovierte an der Universität Wien.
Selina Noetzel absolvierte ihr Bachelorstudium in -Sportmanagement und -kommunikationan der Deutschen Sporthochschule Köln und setzte ihre akademische Laufbahn in Österreich mit dem forschungsorientierten, englischsprachigen Masterstudium -Communication Sciencean der Universität Wien fort. Dort promovierte sie anschließend im Bereich Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt -Communication Scienceund verteidigte ihre Dissertation im Jänner 2025, betreut von Jörg Matthes und Alice Binder. Seit Februar 2025 ist sie als Postdoc-Assistentin im Arbeitsbereich am Institut für Medienund Kommunikationswissenschaft der Universität Klagenfurt tätig und ergänzt dort das Team von Christina Seeger.
In ihrem Doktoratsprojekt beschäftigte sie sich mit den Wirkungen politischen Microtargetings. Die Dissertation untersucht psychologische Prozesse, die für die Wahrnehmung und kritische Verarbeitung personalisierter politischer Online-Werbung relevant sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bürger:innen Microtargeting kognitiv verarbeiten und in welchem Maß sie dafür empfänglich und vulnerabel sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Effekte politischen Microtargetings begrenzt sind. Solche Strategien erhöhen weder die Aufmerksamkeit für politische Inhalte deutlich noch schwächen sie das Bewusstsein dafür, persuasiver Kommunikation ausgesetzt zu sein. Die meisten Bürger:innen sind nicht schutzlos gegenüber personalisierten politischen Botschaften - jedoch bestehen Ausnahmen. Über alle Studien hinweg zeigt sich ein zentraler Faktor: der politische Absender. Botschaften nahestehender Parteien erzeugten mehr Aufmerksamkeit, intensivere Verarbeitung und stärkere positive Einstellungen. Obwohl diese Muster nicht ausschließlich auf Microtargeting zurückzuführen sind, ermöglicht die Technik Parteien dennoch, unterstützende Zielgruppen mit bislang unerreichter Präzision zu adressieren. Somit mag das direkte persuasive Potenzial politischen Microtargetings vergleichsweise moderat erscheinen, doch bleiben seine weitreichenden demokratischen Implikationen erheblich und erfordern weiterhin kritische Prüfung.
Rebecca Scheiber absolvierte an der Universität Klagenfurt das Bachelorstudium -Medienund Kommunikationswissenschaftensowie das Bachelorstudium -Anglistik und Amerikanistik-. Im Anschluss absolvierte sie auch das Masterstudium -Media and Convergence Managementan der Universität Klagenfurt. Im Juli 2025 schloss Rebecca Scheiber das Doktoratsstudium der Philosophie (Doktoratsprogramm: -Health and Sustainability Communication and Management HSCM) ebenfalls an der Universität Klagenfurt ab. Ihre Dissertation wurde von Sandra Diehl und Matthias Karmasin betreut. Aktuell ist Rebecca Scheiber als Senior Scientist am Institut für Medienund Kommunikationswissenschaft an der Universität Klagenfurt tätig.
Ziel ihrer Dissertation war es zu untersuchen, wie die Kommunikation über Ernährung von Lebensmittelindustrie, Social Media und Influencer:innen die Ernährungsabsichten von Rezipient:innen beeinflusst. Der Fokus liegt hierbei auf orthorektischen Ernährungsabsichten. Orthorexie gilt als eine potenziell neue Form der Essstörung. Betroffene richten dabei einen starken Fokus auf eine gesunde und qualitativ hochwertige Ernährung. Eine gesunde Ernährung ist zwar grundsätzlich positiv, aber eine übermäßige Beschäftigung damit kann auch problematische Folgen haben (z. B. Mangelernährung). Die Resultate von drei umfangreichen empirischen Studien verdeutlichen den soziokulturellen Einfluss der Kommunikation rund um gesunde Ernährung von Lebensmittelindustrie und Social-Media(-Influencer:innen) auf die Ernährungsabsichten von Rezipient:innen. So zeigte sich, dass vor allem Rezipient:innen mit dem niedrigsten Wissen über irreführende Lebensmittelwerbungen und dem tatsächlichen Nährwertgehalt eines beworbenen ungesunden Produkts höhere Kaufabsichten für ein ungesundes Produkt aufwiesen als Personen mit dem höchsten Wissen. Außerdem zeigte sich, dass soziale Medien im Zusammenhang mit orthorektischen Ernährungstendenzen stehen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hierbei Gesundheitsund Fitness Accounts sowie emotionale Posts beeinflussen.
Mit dem Award of Excellence werden seit 2008 die 40 besten Dissertationen des abgelaufenen Studienjahres durch das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung honoriert.
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