Kriegskrankenschwestern

Das Rote Kreuz war Kooperationspartner staatlicher Stellen in der Kriegsfürsorge
Das Rote Kreuz war Kooperationspartner staatlicher Stellen in der Kriegsfürsorge. Es produzierte Postkarten, deren Erlös den verwundeten Soldaten, den Familien Gefallener, Witwen und Waisen zugute kam. Häufig unterstreichen die verwendeten Bildmotive die kulturell konstruierten Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit beziehungsweise den geforderten Frauen- und Männerpflichten im Krieg. Quelle: Kriegsalmanach 1914/1916. Hg. vom Kriegshilfsbüro des k. u. k. Ministerium des Inneren
Historikerin der Uni Graz erforscht Widersprüche zwischen Frauenbild und Realität - Krankenschwestern und Pflegerinnen im Ersten Weltkrieg wurden in der öffentlichen Wahrnehmung - entsprechend dem traditionellen Geschlechterbild -als fürsorgliche, opferbereite und demütige Frauen inszeniert. Tatsächlich aber überschritten sie mit ihrer Tätigkeit in Genesungsheimen oder Sanitätskolonnen und Militärspitälern die Grenzen weiblich definierter Handlungsräume. Ass. Heidrun Zettelbauer vom Institut für Geschichte der Karl-Franzens-Universität Graz untersucht diese Widersprüche und Ambivalenzen am Beispiel der Verwundetenpflege im Kronland Steiermark. Das Geschlechterverhältnis war vor allem kurz vor und während der ersten Jahre des ,,Großen Kriegs" geprägt von klar definierten Rollenbildern, unterstützt von patriotisch-nationalen Rhetoriken: auf der einen Seite die mütterliche, opferbereite, fürsorgliche und demütige Frau, auf der anderen der männliche, kämpferische Soldat. Dieser Diskurs, der von den Frauen wesentlich mitgetragen wurde, stand allerdings im Widerspruch zur gelebten Realität. Heidrun Zettelbauer zeigt auf, wie diese Ambivalenz an den Kriegskrankenschwestern und -pflegerinnen, die im Hinterland oder auch direkt an der Front im Einsatz waren, besonders deutlich wird: ,,Einerseits entsprechen sie dem überhöhten Bild, andererseits überschreiten sie mit ihren Tätigkeiten die akzeptierten Grenzen von Weiblichkeit.
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