Die Truppen des Erzherzogs Joseph Ferdinand beim Vormarsch in Galizien: Cover-Illustration der Publikation Emotion, Habitus und Erster Weltkrieg von Sabine A. Haring und Helmut Kuzmics
SoziologInnen der Uni Graz untersuchen dei Rolle der Emotionen im Ersten Weltkrieg - Sowohl staatstragende Entscheidungen als auch spontane Reaktionen einfacher Soldaten werden von Gefühlen mitbestimmt. Dieser Einfluss ist allerdings bislang in der soziologischen Forschung kaum berücksichtigt worden. Ass. Sabine A. Haring und Ao.Univ.-Prof. i.R. Dr. Helmut Kuzmics vom Institut für Soziologie der Uni Graz haben Regimentsgeschichten, Tagebücher, Biographien, Autobiographien und literarische Quellen rund um dem Ersten Weltkrieg detailliert analysiert und facettenreich dokumentiert, welche Rolle Emotionen spielen. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem der Umgang mit Angst und Gefahr, mit Freundschaft und Verlust sowie die Loyalität zu Kameraden, zum Regiment sowie zu Kaiser und Vaterland untersucht. ,,Wie vermeidet man Angst? Welche Funktion hat Scham im Kriegsalltag? Die mehr oder minder bewusste Kontrolle dieser Gefühle ist bedeutsam für die Erklärung der wichtigsten Vorgänge in Schlacht und Stellungskrieg", erläutert Helmut Kuzmics. Sie bestimmt die schlachtenentscheidende ,,Tapferkeit", den begründeten oder unbegründeten Rückzug, die ,,Härte" und ,,Ausdauer" von Soldaten und die Klarheit und Glaubwürdigkeit des Führungsverhaltens von Offizieren.
UM DIESEN ARTIKEL ZU LESEN, ERSTELLEN SIE IHR KONTO
Und verlängern Sie Ihre Lektüre, kostenlos und unverbindlich.