Neue Behandlungsoption für nichtfunktionale neuroendokrine Tumoren
Die Ergebnisse der internationalen, multizentrischen Phase 3-Studie 'RADIANT-4', belegen eindeutig die Wirksamkeit der Substanz Everolimus bei der Therapie von nichtfunktionalen neuroendokrinen Tumoren, die von der Lunge und vom Verdauungstrakt ausgehen. Das progressionsfreie Überleben der PatientInnen konnte um sieben Monate verlängert werden. Außerdem sank das Risiko des Fortschreitens der Krankheit um 52 Prozent. Everolimus wurde gut vertragen und die Nebenwirkungen waren deckungsgleich mit dem bekannten Profil. Das Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien war durch Markus Raderer, Universitätsklinik für Innere Medizin I, an der Studie beteiligt. Everolimus ist ein Wirkstoff, der im Zellinneren den Rezeptor von mTOR blockiert. mTOR ist ein Enzym, das das Überleben, das Wachstum, die Zellteilung und die Beweglichkeit von Zellen steuert. mTOR ist Teil der Signalweiterleitung im Körper und Anfang einer Kaskade von Signalwegen. Eine Überaktivität dieser Signalwege trägt signifikant zum Entstehen und zum Fortschreiten bestimmter Krebserkrankungen, wie zum Beispiel fortgeschrittene, nichtfunktionelle neuroendokrine Tumoren, bei. Wird mTOR gehemmt, wird auch die Tumorentwicklung gebremst. Everolimus ist bereits für die Therapie von fortgeschrittenen neuroendokrinen Tumoren (NET) der Bauchspeicheldrüse zugelassen. Für fortgeschrittene, nichtfunktionelle neuroendokrine Tumoren, die von der Lunge und dem Gastrointestinaltrakt ausgehen, gab es bis dato keine geeigneten Daten für den Einsatz von Everolimus. Die RADIANT-4 Studie untersuchte daher die Wirksamkeit und Sicherheit von Everolimus für diese Indikation. Die Ergebnisse wurden in Wien anlässlich des ECC2015 präsentiert. Sinnvolle Behandlungsoption