Artenvielfalt in der Krise
Der weltweite Verlust der Biodiversität, der Vielfalt an Arten und Lebensräumen, steigt dramatisch. Die Folgen von Umweltveränderungen wie Lebensraumzerschneidung und Klimawandel werden aber oft erst verspätet erkannt und unterschätzt - mit besorgniserregenden Konsequenzen. Das belegt eine neue Studie, die von Forschern der Universität Wien und des Umweltbundesamtes geleitet wurde. In den letzten Jahrzehnten hat sich der durch den Menschen verursachte Verlust der Biodiversität weltweit dramatisch beschleunigt. Die Folgen sind unübersehbar: Zerstörung naturnaher Lebensräume und der rasante Rückgang vieler Arten, mit gravierenden negativen Auswirkungen auf Lebensqualität und -grundlagen der Menschheit. So verursacht der Rückgang wichtiger Bestäuber wie Insekten hohe Verluste in der Landwirtschaft, und der Verlust naturnaher Augebiete verstärkt gravierend die Auswirkungen von Hochwässern. Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Biodiversitätsverlust mit zeitlicher Verzögerung menschlichen Eingriffen folgt. Das bedeutet, dass die Konsequenzen heutiger Eingriffe nicht sofort bemerkbar sind, und das volle Ausmaß des meist irreversiblen Artenverlusts sich erst verspätet einstellt. Die zugrunde liegenden Mechanismen und Folgen dieser verzögerten Biodiversitätsverluste wurden bislang jedoch ungenügend verstanden. Die unterschätzte Biodiversitätskrise und ihre Folgen

