Mechanismus für die immunsuppressive Wirkung von zyklischen Pflanzenpeptiden entschlüsselt
Ein ForscherInnen-Team vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien unter der Leitung von Christian Gruber hat zusammen mit einem Team des Universitätsklinikums Freiburg unter der Leitung von Carsten Gründemann jenen Mechanismus entschlüsselt, mit dem zyklische Pflanzenpeptide aus der Familie der Kaffeegewächse, so genannte Cyclotide, immunsuppressiv wirken können. In einem ersten Schritt hatten die WissenschafterInnen zuvor in einer Studie gezeigt, dass Cyclotide die Zellteilung der T-Zellen unterdrücken, welche bei der Reaktion des menschlichen Immunsystems als „Killer“- oder „Helfer“-Zellen wirken. Der Mechanismus, wie sie das tun, war aber bisher unklar. Das Ergebnis der aktuellen Studie, die in PLoS ONE veröffentlicht wurde: Bei der Behandlung mit Cyclotiden erfolgte eine Unterdrückung von Interleukin-2, d.h. es wird weniger Interleukin-2 produziert, sowie weniger des Interleukin-2 Rezeptormoleküls auf der Oberfläche der Zellen exprimiert. Interleukin-2 aber gilt als T-Zell-Wachstumsfaktor (TCGF). Ist dieser Faktor unterdrückt, wird auch die Zellteilung der T-Zellen angehalten. Diese anti-proliferative Wirkung der Cyclotide könnte etwa bei Erkrankungen eingesetzt werden, die durch ein fehlgeleitetes, überaktiviertes Immunsystem gekennzeichnet sind wie die rheumatoide Arthritis oder andere diverse Immunkrankheiten, bei Organtransplantationen, aber auch bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie bei Multipler Sklerose (MS) angewendet werden.
