Kurbeln Krisen
Was nach der Krise sein wird, bleibt Spekulation, weshalb der Wirtschaftssoziologe Klaus Kraemer zur Zukunfts-Debatte aufruft. Grenzschließungen, Ausgangsbeschränkungen, Social Distancing: ein Alltag, der vorgestern und gestern noch undenkbar war, ist die Realität von heute und morgen. Ein medizinisch bedingter Lock-Down, der auch ökonomische Folgen sowie gesellschaftliche Begleiterscheinungen mit sich bringen wird. Wie diese aussehen und wie schwerwiegend sie sein werden, beruht auf Prognosen. ,,Man muss damit beginnen, über einen Ausstieg aus dem Ausnahmezustand nachzudenken. Die ökonomische und soziologische Expertise braucht mehr Resonanz im politischen Raum. Wenn der Ausstieg nicht möglichst bald dahingehend organisiert wird, werden Firmen, Einzelunternehmen, und regionale Betriebe kollabieren," steht für Klaus Kraemer vom Institut für Soziologie der Universität Graz fest. Heilsbringer ,,Markt" Viele Notmaßnahmen müssen von der Politik ergriffen werden, um Szenarien wie Pleitewellen, Massenentlassungen, Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit von Betrieben und Privatpersonen entgegenzuwirken. Der Wirtschaftssoziologe ist sich sicher, dass es der Markt alleine nicht regeln wird. ,,Man kann nicht einfach auf den Reset-Knopf drücken, und Wirtschaft und Gesellschaft werden wieder hochgefahren. Das wäre eine Illusion." Die Nachfrage am Markt wird sich nach der Krise kurzfristig zwar wieder erhöhen, die Prognosen laufen dennoch insgesamt auf ein wirtschaftliches Minus hinaus. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen der Krise
