Impfung mit Überraschender Nebenwirkung: Schlafende Immunzellen werden geweckt
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Bacillus Calmette-Guérin (BCG) ist eine der ältesten und weltweit meistverwendeten Impfungen. Seit dem frühen 20.Jahrhundert wird sie zum Schutz gegen Tuberkulose eingesetzt. Interessanterweise schützt diese Impfung nicht nur gegen Tuberkulose, sondern reduziert auch das Risiko, sich mit verschiedenen anderen Erregern zu infizieren - dank eines Mechanismus, der als ,,trainierte Immunität" bezeichnet wird. In einer neuen Studie, geleitet von Christoph Bock (CeMM und MedUni Wien) und Mihai Netea (Radboud University Medical Center), konnte mittels epigenetischer Zellzustände vorhergesagt werden, welche Menschen von dem ,,Weckruf" der BCG-Impfung an das angeborene Immunsystem profitieren. Diese Entdeckung trägt zur Entwicklung neuer Wirkstoffe bei, mit denen der Schutz der trainierten Immunität aufgebaut werden kann. Der menschliche Körper wird von zwei großen Abwehrsystemen geschützt: Dem angeborenen Immunsystem, mit eingebauten Verteidigungsstrategien gegen häufige Merkmale von Bakterien und Viren, und dem erworbenen Immunsystem, welches ein detailliertes Gedächtnis und individuelle Abwehrmaßnahmen gegen Krankheitserreger aufbaut, mit denen ein Mensch im Laufe seines Lebens in Berührung kommt. Impfungen nutzen dies aus, indem sie dem erworbenen Immunsystem neue Erreger präsentieren, ohne dass man eine tatsächliche Infektion durchstehen muss.