Leist(et)en an der UB einen Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung: Historiker Winfried Garscha, Peter Scherrer, Christa Neuper, UB-Leiter Werner Schlacher, ForscherInnen Birgit Scholz und Markus Lenhart, Martin Polaschek. Foto: Uni Graz/Kastrun
Nobelpreisträger Otto Loewi oder die erste Landtagsabgeordnete der Steiermark Martha Tausk sind nur zwei Berühmtheiten, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung im Nationalsozialismus ihrer Besitztümer beraubt wurden. Einige ihrer Buchschätze gelangten über Umwege in die Grazer Universitätsbibliothek - und wurden mittlerweile restituiert. Birgit Scholz und Markus Lenhart durchforsten nämlich seit vier Jahren im Rahmen eines von der damaligen Vizerektorin Irmtraud Fischer initiierten Projekts alle Erwerbungen der Hauptbilbiothek der Jahre 1938 bis 19454 sowie alle bis inklusive 1945 erschienenen Bücher von sieben ausgewählten Institutsbibliotheken. Werke von elf VorbesitzerInnen konnten bereits zurückgegeben werden, 63 weitere wurden von den Nachfahren der Universitätsbibliothek als Geschenk überlassen. ,,Wir sind unter anderem auf Bände von Otto Loewi, Martha Tausk oder der Lehrund Erziehungsanstalt Sacré Coeur gestoßen. Die ersten wertvollen Stücke konnten wir 2012 restituieren", berichten die ForscherInnen, die gestern im Lesesaal den aktuellen Stand ihres Projekts präsentierten. In zahlreichen Fällen konnten noch keine Nachfahren ausgeforscht werden beziehungsweise laufen die Recherchen, ob es sich tatsächlich um Raubgut handelt.
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