Das Netzwerk eines Schleimpilzes: Der Einzeller breite guerilla-artig Arme aus, um die nächste Futterquelle zu finden. Foto: Uni Graz/Grube
Was sind ideale Transportwege in Krisenregionen? Wie optimieren sich Gefäße in einem Tumor? Um die besten Routen innerhalb eines Netzwerks zu berechnen, arbeiten OptimiererInnen mit komplexen Computermodellen. PflanzenwissenschafterInnen nutzen nun einen völlig neuen Zugang: Sie überlassen diese Arbeit einem Schleimpilz, der zu den gewünschten Punkten wächst. Der Volksmund kennt ihn bei uns als Hexenbutter, und er tritt als gelber Schleimfleck aus den Böden unserer Wälder. Insgesamt gibt es rund 800 Schleimpilzarten, nur wenige davon wurden bis jetzt kultiviert. ForscherInnen um Martin Grube haben am Institut für Pflanzenwissenschaften eigens ein Biophysik-Labor eingerichtet, in dem die Nahrungsund Suchstrategien dieser netzwerkenden Organismen erforscht werden. ,,Das Faszinierende an diesem Lebewesen ist, dass es selbstorganisiert und dezentral seine Ressourcen - sprich Nahrungsquellen - erfasst und dabei ein Netzwerk an Verästelungen aufbaut, das wir kaum besser berechnen könnten", erklärt Grube. Britisch-japanischen ForscherInnen haben das bereits mit einem Experiment gezeigt: Sie verteilten Haferflocken auf einer Unterlage analog zu den Bahnhöfen im Ballungsraum von Tokio.
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