Studie
Anonymisierte Bewerbungsunterlagen ohne personenbezogene Daten wie etwa Geschlecht, Alter, Herkunft, religiöse Einstellung und aussagekräftiges Bewerbungsfoto sind im angloamerikanischen Raum und in skandinavischen Ländern gang und gebe. Große internationale Unternehmen in Deutschland setzen sie im Pilotbetrieb ein, in Österreich sind sie noch weitestgehend unbekannt. Der Vorteil dabei: Alle BewerberInnen um einen Job werden bereits in der ersten Stufe des Verfahrens gleichbehandelt. Soziologie-Studierende der Karl-Franzens-Universität Graz haben zu dieser Form des Bewerbens, die als geeignete Maßnahme gegen Diskriminierung in der Personalauswahl gilt, eine Befragung bei 24 steirischen Klein-, Mittelund Großunternehmen durchgeführt und interessante Details erhoben: 'Wir konnten erkennen, dass ArbeitgeberInnen den persönlichen Bezug zu BewerberInnen schätzen und am konventionellen Lebenslauf festhalten', erklärt Johanna Muckenhuber vom Institut für Soziologie. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. Karina Fernandez vom Institut für Wirtschaftspädagogik hat sie die Forschungswerkstatt geleitet, in der die Studie erstellt wurde. Besonders der Name und das Foto seien für die Personalverantwortlichen in österreichischen und steirischen Firmen unverzichtbar, um Einblicke in die Persönlichkeit und den Charakter zu bekommen. Weiters gaben die Unternehmen bei der qualitativen Befragung an, dass die Einführung eines anonymisierten Verfahrens aufgrund es Aufwands hohe Kosten mit sich brächte, eine mögliche Diskriminierung hingegen aber nicht verhindert, sondern nur in das persönliche Gespräch verlagert wird.

