Malariafiebertherapie: Breite Anwendung in Wien war ein Sonderfall

Die im März 2012 von der MedUni Wien eingesetzte Historikerkommission, die sich in einem Forschungsprojekt den Methoden in Forschung und PatientInnenbehandlung während der Nachkriegszeit an der damaligen Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Neurologie widmete, hat heute bei einer Pressekonferenz ihre Erkenntnisse präsentiert. Das zentrale Ergebnis: Die Malariafieber-therapie war zwar in ihrer diagnosenübergreifenden, breiten Anwendung an der Wiener Klinik ein Sonderfall, aber nach damaligen Anschauungen zulässig. Es gibt aber Hinweise, dass in Einzelfällen die Erhaltung des Malaria-Stammes im Vordergrund stand. Die Untersuchung der unabhängigen Kommission unter der Leitung des Historikers Gernot Heiss konzentrierte sich auf jene Diagnosen, die an der Wiener Klinik unter der Leitung von Hans Hoff (1951 ' 1969), manchmal auch zum Einsatz der Malariafiebertherapie geführt hatten. Es sind dies die fünf damaligen Diagnosefelder 'Neurosyphilis', 'schizophrene' und 'affektive Erkrankungen', 'Intelligenzmängel' und 'Psychopathie'. 'Im Vergleich zu anderen Kliniken war das ein deutlich breiteres Anwendungsfeld, das auf den positiven Erfahrungen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte aus den 1920er bis 1940er Jahren begründet ist', erklärt Heiss. Die psychiatrische Praxis befand sich therapeutisch in den Jahren zwischen 1951 und 1969 international in einer Phase eines sukzessiven Übergangs von den in der Zwischenkriegszeit entwickelten Therapien zu den neuen Psychopharmaka.
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