Bankenexperte Martin Hellwig als Gastprofessor an der Universität Wien
Der international profilierte deutsche Ökonom Martin Hellwig nimmt auf Einladung des Instituts für Finanzwirtschaft bis Ende des Sommersemesters 2013 eine Gastprofessur an der Universität Wien wahr. Er hält einen DoktorandInnenkurs über "Systemic Risk and Financial Regulation" und widmet sich u.a. der Frage, ob Banken anders zu behandeln sind als "normale" Unternehmen. Am 28. Juni um 11 Uhr hält er einen öffentlichen Vortrag an der "Vienna Graduate School of Finance" zum Thema "Debt Overhang and Bank Capital Regulation". Spätestens seit der Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers geht das Argument der "systemischen Relevanz" von Banken zulasten der Steuerzahler, da viele Banken in der westlichen Welt kaum in der Lage sind, größere Marktrisiken mit eigenen Anlagestrategien zu meistern. Dies galt in der Liquiditätskrise 2007/08 und es gilt nach wie vor - beispielsweise in der europäischen Staatsschuldenkrise. Was versteht man also unter systemischem Risiko? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Systemrisiko und normalem Geschäftsrisiko? Und - muss jede Bank "in Schieflage" gerettet werden, weil sonst vermutete oder behauptete systemische Risiken schlagend werden könnten? Warum haben Banken ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktrisiken verloren? - Martin Hellwig beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, wie gerade Banken als spezialisierte Finanzintermediäre so wenig Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktrisiken aufweisen können. Hier identifiziert der Experte insbesondere den mit Basel verbundenen regulatorischen Prozess zur internationalen Vereinheitlichung von Eigenkapitalstandards.

