#1 Drei Fragen an ... Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier

Kurz mit Gästen der Universität Liechtenstein Drei Fragen an ... Mag. Berhard Heinzlmaier Herr Heinzlmaier, trotz steigender Hochschulquote sagen Sie, dass die Jugend weniger gebildet ist als früher. Wie erklären Sie dies? Ganz einfach, weil an vielen Schulen und Hochschulen nicht mehr 'gebildet', sondern 'ausgebildet' wird. Ausbildung heisst, dass nur mehr das vermittelt wird, was in irgend einem Kontext nützlich ist - für den Einzelnen, die Gesellschaft, die Wirtschaft. Das Problem besteht nicht darin, dass man an den Schulen und Hochschulen nützliches Wissen vermittelt, es besteht darin, dass man nunmehr ausschliesslich nützliches Wissen lehrt. Bildung wird auf das Nützliche reduziert, es kommt zur Ausprägung der so genannten 'halbierten Vernunft', einer Vernunft, die nur mehr auf technische und prozessorientierte Kompetenzen gerichtet ist. In unserer Gesellschaft sind Geld und Ansehen die wichtigsten äusseren Güter. Um ihretwillen sind die Menschen tätig, nicht wegen der Sache selbst. Wie Konrad Paul Liessmann in seinem neuen Buch feststellt, wird durch dieses oben beschriebene System der Unbildung, den jungen Menschen ein 'Sein-für-Anderes' antrainiert und ihnen das 'Für-sich-sein' verwehrt. Und weiter: 'Damit nimmt man jungen Menschen nicht nur die Chance, sich der Erfahrung des Schönen hinzugeben, sondern auch die Möglichkeit, sich und andere in ihrem Eigenwert wahrnehmen zu können.' Als Ursache nennen Sie ein Bildungssystem, in dem nur nach ökonomischen Aspekten unterrichtet werde. Was führt Sie zu dieser Annahme?
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