Ein Symposium an der Uni Graz beleuchtet den Ge- und Verbrauch von Konsumgütern aus Sicht der Soziologie, Ökonomie sowie der Politik-, Rechts- und Umweltsystemwissenschaften. Foto: Cam4Heroes/pixabay.com
Wenn wir beschließen, uns ein neues Produkt anzuschaffen, beispielsweise ein Smartphone, laufen viele soziale Prozesse ab. Wie entstehen Wunsch und Bedürfnis nach einem multifunktionalen Telefon? Wie gehen wir beim Auswählen des passenden Modells vor? Welche Faktoren beeinflussen die konkrete Kaufentscheidung? Und wie gehen wir mit Gütern um, die wir nicht mehr besitzen möchten? Das Thema 'Konsum' sowohl von wissenschaftlicher als auch von wirtschaftlicher und politischer Seite zu beleuchten, ist Ziel eines Symposiums, das von 22. bis 23. September 2016 an der Karl-Franzens-Universität Graz stattfindet. 'Konsum beginnt nicht erst mit dem Akt des Kaufens, noch endet der Prozess damit', erklärt Dr. Sebastian Nessel vom Institut für Soziologie der Uni Graz. 'Viel mehr greift eine Kette von komplexen Entscheidungen ineinander, die wir vor, während und nach dem Kauf treffen.' Diese Entscheidungen werden keineswegs immer bewusst gefasst; sie sind abhängig vom sozialen Milieu, von Zeit, Ort und nicht zuletzt der Sache selbst. Im Vorfeld bewerten KundInnen beispielweise, was ihnen an einem Smartphone - um beim Beispiel zu bleiben - am wichtigsten ist: Funktionalität, Optik, die Technik dahinter oder das Image. 'Aber auch die Frage des Gelderwerbs und der Geldverwendung spielt eine große Rolle: Kann ich mir das Handy überhaupt leisten? Wenn nicht, welche Leihformen - Kredit, Leasing - kommen für mich in Frage?', führt Nessel aus. Wenn wir uns schließlich von dem Telefon trennen, endet dessen Geschichte aber noch lange nicht.
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