Gesundheitsrisiken lassen sich statistisch exakt prognostizieren
Ein Forscherteam am Institut für Wissenschaft Komplexer Systeme der MedUni Wien hat weltweit erstmals alle Aktivitäten der medizinischen Dienstleister eines Landes über einen Zeitraum von zwei Jahren erfasst und untersucht. In Kooperation mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger wurde von rund acht Millionen ÖsterreicherInnen in den Jahren 2006 und 2007 jede Erkrankung, jede ärztliche Behandlung und Diagnose, egal ob beim Hausarzt, beim Facharzt oder im Spital, analysiert. Damit lässt sich eine ziemlich exakte und personalisierte Risiko-Einschätzung für gewisse Erkrankungen ablesen. Ein Detailergebnis: Wer mit 45 Jahren in Österreich an Diabetes leidet, hat ein dreifach erhöhtes Risiko, in späterer Folge zum Beispiel an Demenz oder ein 10-fach erhöhtes Risiko, später an Bluthochdruck zu erkranken. In ihren Untersuchungen erfassten die Forscher unter der Leitung von Peter Klimek und Stefan Thurner insgesamt 1. Erkrankungen, von A bis Z, von Alzheimer bis hin zu Zahnschmerzen. 'Aus unseren Ergebnissen lässt sich eine ganz genaue ‚Erkrankungs-Demografie' für Österreich ablesen', erklärt Thurner.
