Wasser und Gesundheit: Zwei ausgezeichnete Dissertationen

Christina Frick (2.v.l.) und Inge van Driezum (3.v.l.)

Christina Frick (2.v.l.) und Inge van Driezum (3.v.l.)

Inge van Driezum und Christina Frick wurden für ihre Dissertationen an der TU Wien im Zuge eines Forschungsprojektes des ICC Water & Health ausgezeichnet.

Wasser und Gesundheit gehören eng zusammen - und das komplizierte Zusammenspiel von Natur, Mensch und Gesundheit wird am ICC Water & Health interdisziplinär erforscht. Das ICC Water & Health ist ein Zusammenschluss von Forschungsgruppen der Technischen und der Medizinischen Universität Wien sowie, seit 2017, der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems. Gleich zwei Forscherinnen des ICC Water & Health wurden nun am 3. Dezember 2018 für ihre Arbeit von der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 ausgezeichnet: Christina Frick für ihre Arbeit über Fäkalbakterien, die man als Indikatoren für die Überwachung der Wasserqualität nutzen kann, und Inge van Driezum, die sich in ihrer Dissertation mit Spurenstoffen und der Wasserqualität in Uferfiltrations-Systemen beschäftigte.

Woher die Fäkalbakterien kommen

Wenn man wissen möchte, ob eine Wasserprobe mit Krankheitserregen kontaminiert sein kann, spielen Escherichia coli Bakterien eine zentrale Rolle: Sie gelten normalerweise als Indikatoren für fäkale Verunreinigungen. Menschen, Nutztiere und auch warmblütige Wildtiere hinterlassen E.coli Bakterien in großer Zahl. Christina Frick ging der Frage nach, ob auch wechselwarme Wildtiere wie Fische oder Amphibien für E.coli Bakterien verantwortlich sein könnten - und tatsächlich stellte sich in ihren Untersuchungen heraus, dass es sich hier um eine bisher unterschätzte Bakterienquelle handeln kann. Bei der Interpretation von Wasserproben-Messergebnissen und der Ermittlung einer möglichen Gesundheitsgefährdung, muss das in Zukunft berücksichtigt werden.

Wie das Flusswasser im Boden zur Trinkwasserressource wird

Flüsse und Grundwasser stehen in enger Beziehung zueinander. Im Uferbereich wird das Wasser filtriert, wenn diese Filtration ausreichend gut funktioniert, kann in der Nähe des Flusses Grundwasser von stabiler, hoher Qualität genutzt werden. Allerdings nimmt die Belastung von Grundwasserökosystemen in vielen Gebieten auf der ganzen Welt zu: Organische Spurenstoffe und mikrobiologische Verunreinigungen gelangen in die Umwelt. Inge van Driezum untersuchte den Einfluss von Oberflächengewässern auf die chemische und mikrobiologische Wasserqualität von Grundwasser in Flussnähe am Beispiel ausgewählter Spurenstoffe (etwa Medikamentenrückstände) und anhand der wassereigenen Bakterien.

Originalpublikationen:

Frick C, Vierheilig J, Linke R, Savio D, Zornig H, Antensteiner R, Baumgartner C, Bucher C, Blaschke AP, Derx J, Kirschner AKT, Ryzinska-Paier G, Mayer R, Seidl D, Nadiotis-Tsaka T, Sommer R, Farnleitner AH. 2018. Poikilothermic animals as a previously unrecognized source of fecal indicator bacteria in a backwater ecosystem of a large river. Applied and Environmental Microbiology 84.

van Driezum IH, Derx J, Oudega TJ, Zessner M, Naus FL, Saracevic E, Kirschner AKT, Sommer R, Farnleitner AH, Blaschke AP. 2019. Spatiotemporal resolved sampling for the interpretation of micropollutant removal during riverbank filtration. Science of the Total Environment 649:212-223.

van Driezum IH, Chik AHS, Jakwerth S, Lindner G, Farnleitner AH, Sommer R, Blaschke AP, Kirschner AKT. 2018. Spatiotemporal analysis of bacterial biomass and activity to understand surface and groundwater interactions in a highly dynamic riverbank filtration system. Science of the Total Environment 627:450-461.

Van Driezum IH, Derx J, Saracevic E, Kirschner AKT, Sommer R, Farnleitner A, .H., Blaschke AP. 2017. Does Pumping Volume Affect the Concentration of Micropollutants in Groundwater Samples? Groundwater: Monitoring and Remediation doi: 10.1111/gwmr.12239