Benedikt Sagl erhält Förderung des FFG

Bild: Universitätszahnklinik Wien/Mariano Ngyuen
Bild: Universitätszahnklinik Wien/Mariano Ngyuen

Unter der Leitung von Benedikt Sagl, Leiter des Competence Centers Artificial Intelligence in Dentistry an der Universitätszahnklinik Wien und Forscher am Comprehensive Center AI in Medicine (CAIM) der Medizinischen Universität Wien.

Kraniomandibuläre Dysfunktionen (Temporomandibular Disorders, TMD) stellen ein komplexes Beschwerdebild dar, das oft zu Schmerzen des Kiefergelenks und/oder der Kaumuskulatur führt und sich durch Funktionseinschränkungen des Unterkiefers äußert. Bislang beruhen Diagnostik und Therapieentscheidungen häufig auf klinischer Erfahrung und subjektiven Kriterien, was zu heterogenen Behandlungsergebnissen führen kann. Eine quantitative Methode ist die Kondylografie, ein etabliertes, jedoch anspruchsvolles Verfahren zur dreidimensionalen Aufzeichnung von Unterkieferbewegungen. Klinisch wertvolle Informationen, etwa zur Kondylenbahn oder zur Koordination beider Kiefergelenke, werden bislang manuell bewertet und erfordern hohe Expertise.

Im Rahmen des TMD-TRACE-Projekts wird eine innovative, AI-basierte Softwarelösung entwickelt, die erstmals objektive und automatisierte Analysen von Unterkieferbewegungsdaten ermöglicht. Ziel ist es, Unterkieferbewegungsmuster nicht nur präzise auszuwerten, sondern mithilfe der entwickelten AI-Methoden Diagnosen und individuelle Therapieentscheidungen zu optimieren. Dadurch sollen betroffene Patient:innen frühzeitig und zielgerichtet behandelt und deren Lebensqualität nachhaltig verbessert werden.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Industriepartner Gamma Medizinisch-wissenschaftliche Fortbildungs-GmbH (,,Gamma Dental") aus Klosterneuburg durchgeführt, welcher seine Expertise im Bereich der digitalen Unterkieferbewegungsanalyse in Zusätzlich beteiligt ist die Vienna School of Interdisciplinary Dentistry (VieSID), die ihre umfassende Erfahrung in der klinischen Diagnostik und Fortbildung im Bereich der Kondylografie sowie der funktionellen Zahnmedizin in Die Gesamtfördersumme für 712,00 Euro.

Das interdisziplinäre Konsortium unterstreicht die Stärke der Universitätszahnklinik Wien im Bereich der translationalen Forschung und der Entwicklung digitaler Technologien in der Zahnmedizin.