Syphilis war in Zentraleuropa schon vor Kolumbus’ Amerikareise verbreitet

Auszeichnungen für Mediziner der MedUni Wien beim Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Notfallund Katastrophenmedizin. MedUni Wien erarbeitet gemeinsam mit Karolinska Institutet und Helmholtz-Zentrum Ausbildungsprogramm für Entwicklung neuer Medikamente 1495 breitete sich in Europa eine "neue" Erkrankung aus: die Syphilis. Christoph Kolumbus soll die Geschlechtskrankheit von seiner Amerikareise eingeschleppt haben. Soweit die bisher gängige, wissenschaftliche These. ForscherInnen des Departments für Gerichtsmedizin und des Zentrums für Anatomie und Zellbiologie (Knochenlabor) der MedUni Wien haben allerdings nun bei Ausgrabungen am Domplatz in St. Pölten mehrere Fälle von kongenitaler Syphilis bereits im Zeitrahmen zwischen 1320 und 1390 morphologisch, also strukturell, nachgewiesen. 'Damit ist die bisherige These schwer in Frage zu stellen', sagen Studienleiter Karl Großschmidt und Fabian Kanz von der MedUni Wien. Die kongenitale Syphilis, die durch die Übertragung von der schwangeren Mutter zum ungeborenen Kind ausgeht, wurde vor allem anhand von Veränderungen am Gebiss von Skeletten aus dem 14.Jahrhundert entdeckt.
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