Ötzis "nichtmenschliche" DNA analysiert
Ötzis menschliches Erbgut ist entschlüsselt. Doch die 0,1 Gramm leichte Probe aus dem Beckenknochen der 5.Jahre alten Mumie gibt noch viel mehr her: Ein ForscherInnenteam der EURAC in Bozen und der Universität Wien hat auch die nichtmenschliche DNA in der Probe analysiert. Es fand Hinweise für den Parodontose-Erreger Treponema denticola, und konnte somit auf DNA-Ebene die CT-Diagnose aus dem Vorjahr, die dem Mann aus dem Eis Parodontitis bescheinigte, bekräftigen. Die aktuellen Studienergebnisse sind kürzlich im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht worden. Vieles, was wir über Ötzi wissen - über sein Aussehen etwa oder seine Laktoseintoleranz -, geht auf eine winzige Knochenprobe zurück, dank der sein menschliches Erbgut entschlüsselt werden konnte. Jetzt hat sich ein ForscherInnenteam einen Überblick über jenen Teil der Probe verschafft, der aus nichtmenschlicher DNA besteht. "Neu ist, dass wir keine zielgerichtete DNA-Analyse durchgeführt, sondern vielmehr untersucht haben, was überhaupt alles an DNA da ist, wie viel und welche mögliche Funktion jeweils damit verbunden ist", beschreibt Frank Maixner vom Bozner EURAC-Institut für Mumien und den Iceman den neuen Weg, den das Forscherteam eingeschlagen hat.


