Öffentlich-rechtliche Medien und ihr Beitrag zu einer Europäischen Öffentlichkeit

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz (© ORF/Thomas Ramstorfer)

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz (© ORF/Thomas Ramstorfer)

Gastvortrag von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am 29. Mai

Unabhängige Medien stehen unter Druck. Das dürfte nicht erst seit den neuesten Enthüllungen um den ehemaligen Vizekanzler bekannt sein. Bereits seit einiger Zeit gibt es politische Bestrebungen den Österreichischen Rundfunk (ORF) zu reformieren. Was würden diese Veränderungen für die Praxis und das Selbstverständnis des ORF bedeuten? Im Rahmen der Jean-Monnet-Ringvorlesung hält der Generaldirektor des ORF, Alexander Wrabetz am Mittwoch, den 29. Mai 2019, am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft einen Vortrag zum Thema "Crises, Democracy and the Media in Europe".

Von KommunikationswissenschafterInnen und PraktikerInnen wird das große Potenzial der Medien im Prozess der Europäischen Integration und in der Überwindung von Barrieren und Räumen gesehen mit dem Ziel eine massenmedial hergestellten Europäischen Öffentlichkeit zu schaffen. Alexander Wrabetz wird hierzu Möglichkeiten und Grenzen von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erörtern und sich anschließend kritischen Fragen der Moderatorin Katharine Sarikakis sowie des Publikums stellen.

Katharine Sarikakis, Professorin am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien hat seit 2016 den Jean-Monnet-Lehrstuhl für European Media Governance and European Integration inne. Am Ende dieses dreijährigen von Erasmus+ geförderten Programms, in dem Forschung und Lehre insbesondere auf EU-Themen ausgerichtet waren, wurde eine Ringvorlesung mit dem Titel "Crises, Democracy and the Media in Europe" konzipiert.

Die Jean-Monnet-Ringvorlesung zielt darauf ab, drängende Fragen des Prozesses der Europäischen Integration und ihren Herausforderungen aus dem Blickwinkel des Media Governance-Ansatzes in Bezug auf Krisenfälle zu betrachten. In diesem Zusammenhang bezieht sich der Begriff "Krise" auf einen "Bruch mit der Norm", einen "Ausnahmezustand" und den Einsatz von sogenannten "Notfallmaßnahmen". Der Kurs untersucht verschiedene Dimensionen von "Krise", einschließlich, aber nicht beschränkt auf die langwierige und Finanzkrise der letzten zehn Jahre und deren Folgen. Weitere Krisenformen sind politische Krisen und Legitimitätskrisen, institutionelle Krisen und Regulierungskrisen sowie Krisen des Vertrauens in das Gemeinwesen.

Die Lehrveranstaltung baut auf die Expertise aus unterschiedlichen Wissensgebiete der akademischen Welt und der wissenschaftlich orientierten Öffentlichkeit, mit ReferentInnen aus den Bereichen Kommunikation, Recht, Politik, Migration, Bildungswissenschaften und Soziologie sowie PraktikerInnen aus der Politik und dem Medienbereich. Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten der Europäischen Kommission zu 30 Jahre Jean-Monnet-Aktivitäten, daher sind alle Interessierten herzlich eingeladen.