Krim-Kongo-Fieber: Molekularer Mechanismus der Infektion entdeckt
Das 1944 erstmals beschriebene Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus (CCHFV) breitet sich aufgrund der globalen Erwärmung auch in Europa stark aus und ist in der WHO-Liste der Infektionserreger mit epidemischem oder pandemischem Potenzial als eine der wichtigsten Prioritäten aufgeführt. Gegen die in 40 Prozent der Fälle tödliche, hauptsächlich von Zecken Übertragene Krankheit sind aktuell weder therapeutische noch präventive Maßnahmen verfügbar. Im Rahmen einer Studie unter der Leitung von Josef Penninger (MedUni Wien) und Ali Mirazimi (Karolinska Institutet, Stockholm) wurde nun der entscheidende Rezeptor der Infektion entschlüsselt und damit ein neuer Weg für die Entwicklung einer Therapie eröffnet. Die Ergebnisse wurden aktuell im Top-Journal ,,Nature Microbiology" publiziert. Vor dem Hintergrund der globalen Bedrohung durch das CCHF-Virus (englisch: Crimean-Congo Hemorrhagic Fever Virus) steht die Infektionskrankheit im Zentrum intensiver Forschungen weltweit. Doch die Entstehung der Erkrankung insbesondere auf molekularer Ebene konnte bisher nicht geklärt werden. Den Durchbruch schafft die Studie unter Leitung von Josef Penninger (MedUni Wien, IMBA, Wien, Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, University of British Columbia, Vancouver) und Ali Mirazimi (Karolinska Institutet, Stockholm): Das internationale Forschungsteam hat im Mausmodell jenen Rezeptor (LDLR = Low Density Lipoprotein Receptor) entdeckt, der eine entscheidende Rolle beim Zelleintritt von CCHFV und damit bei der Infektion spielt.
