Die Umpolung eines Moleküls ermöglicht eine Anziehung und somit Bindungsbildung (Copyright: Maulide Group/Universität Wien).
Die Arbeitsgruppe um den Chemiker Nuno Maulide von der Universität Wien hat eine neue Methode der Bindungsknüpfung zwischen zwei Kohlenstoffatomen entwickelt. Dabei wird die natürliche Polarität der reagierenden Gruppe durch simples Reaktionsdesign umgekehrt und macht somit den Weg frei für völlig neue Reaktionen. Darüber hinaus konnten die Forscher zeigen, dass sich durch diese Innovation bekannte Synthesewege bedeutend verkürzen lassen. Die Ergebnisse erscheinen aktuell im renommierten Fachmagazin "Angewandte Chemie". Viele der wichtigsten chemischen Reaktionen, inklusive jener in unserem Körper, lassen sich auf simple Regeln der Polarität zurückführen. Analog zu unterschiedlich geladenen Alltagsgegenständen wie Magneten haben auch geladene Atome und Moleküle Anziehungskräfte untereinander. Diese Interaktionen stehen im Zentrum der organischen Chemie, jener Disziplin, die seit etwa 200 Jahren viele Moleküle unseres täglichen Lebens herstellt und entwickelt - seien es Pharmazeutika, Kosmetika, Solarzellen oder Konservierungsstoffe. Alles hat intrinsische Polarität... Chemische Verbindungen haben sogenannte intrinsische Polarität. Positiv geladene Gruppen werden als "Elektrophile" bezeichnet (da sie negativ geladene Elektronen anziehen), während negativ geladene Gruppen "Nucleophile" genannt werden (da sie den Nucleus, den in der Atomtheorie positiv geladenen Kern, anziehen). ... aber man kann sie auch umkehren!
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