Zwischen Fürsorge und Gewalt!’ - Aufwachsen in Pflegefamilien und sozialpädagogischen Wohngruppen
Der Fachbereich Erziehungswissenschaften präsentiert Ergebnisse zweier sozialpädagogischer Studien. Jedes hundertste Kind wächst in Österreich außerhalb seiner Familie auf, oftmals in einer Pflegefamilie oder in einer betreuten Wohngruppe. Diese "Fremdunterbringung" ist das letzte Mittel der Kinderund Jugendhilfe, wenn Familien nicht in der Lage sind, ausreichende Sorge zu leisten. Diese Maßnahme stellt einen massiven Eingriff für Kinder und Jugendliche dar. Die hier gemachten Erfahrungen prägen ihre gesamte Lebensgeschichte. Begründet wird Fremdunterbringung mit Schutz und Fürsorge, mit der Wahrung von Kinderrechten und Kindeswohl. Doch wie erleben Kinder und Jugendliche diesen Einschnitt? Wie prägt er ihre Biografie? Erfahren sie in Pflegefamilien oder Wohngruppen die Stabilität und Verlässlichkeit, die sie in ihrer Familie nicht erhalten können? Oder sind sie hier erst recht mit problematischen und gewaltvollen Verhältnissen konfrontiert? Und schließlich: Wie haben sich diese Erfahrungen im Laufe der Zeit verändert? In zwei Forschungsprojekten führten Wissenschaftler*innen vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der PLUS unter der Leitung von Universitätsprofessorin Birgit Bütow 32 Interviews.



