Detail einer Gebetsnische aus Lüsterkeramik aus dem Jahr 1226, ursprünglich in einer Moschee in Kashan/Iran. Museum für Islamische Kunst Berlin (Foto: M. Ritter).
Der iranische Keramikhistoriker Abbas Akbari von der Universität Kashan vermittelt noch bis Ende März angehenden KunsthistorikerInnen der Universität Wien sein Wissen um die mittelalterliche Technik und Ästhetik islamischer Kunst - nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Der Künstler gilt als Experte für die Technik der jahrhundertealten "Lüsterglasur". Keramik mit Lüsterglasur zählte in der vormodernen islamischen Welt zu den begehrtesten Luxuswaren. Für sie kennzeichnend ist ein an Edelmetalle erinnerndes Schimmern. Herbeigeführt wurde dieser Glanz (aus dem Französischen "lustre") durch eine hochspezialisierte Technik. Das Wissen um sie wurde meist als Werkstattgeheimnis in Familien weitergegeben. Von Mesopotamien über Andalusien nach Italien und Wien Erfunden wurde Lüsterkeramik im 9.Jahrhundert im Irak, damals Zentrum des Arabischen Reichs. Von dort wurde sie über Objekte und Kunsthandwerker in andere Regionen der islamischen Welt exportiert; etwa nach Ägypten, Iran und Spanien, wo sich jeweils eigene Traditionen herausbildeten. In einem Wissensund Kulturtransfer von "maiolica" aus dem andalusischen Spanien nach Italien wurde auch dort während der Renaissance Lüsterkeramik produziert. Eine Wiederentdeckung von orientalischem Lüster erfuhr diese Technik im 19.Jahrhundert, als neues Interesse an historischen Kunsthandwerken und an der Kunst aus dem "Orient" entstand. Lüsterkeramik wurde zu einem begehrten Sammlungsobjekt und zum Vorbild von Keramikkünstlern wie William De Morgan in England und der Zsolnay Keramikfabrik im damaligen Österreich-Ungarn. Studierende töpfern, glasieren und brennen in historischen Bauten
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