Altersforschung: Mehr Krankheiten für Demenz verantwortlich als bisher gedacht
Eine aktuelle Studie des Klinischen Instituts für Neurologie der MedUni Wien zeigt, dass neurodegenerative Erkrankungen abseits von Morbus Alzheimer bei alten Menschen noch häufiger sind als bisher gedacht. Eine große Chance sehen die ForscherInnen vor allem in der stärkeren Individualisierung von Behandlungen. Die Vienna Trans-Danube Aging (VITA)-Studie erschien soeben in der September-Ausgabe des Top-Journals „Acta Neuropathologica“ und wurde von ForscherInnen der Medizinischen Universität Wien, des SMZ-Ost Donauspitals und des Ludwig Boltzmann Institutes für Altersforschung erstellt. Der Erstautor der Studie, Gabor G. Kovacs vom Klinischen Institut für Neurologie, fasst die wichtigsten Erkenntnisse folgendermaßen zusammen: „Die VITA-Studie zeigt, dass zusätzlich zu den klassischen Alzheimer-assoziierten Veränderungen im alternden Gehirn weitere neurodegenerative Erkrankungen, die durch Proteinablagerungen im Gehirn charakterisiert sind, auftreten. VITA-Studie als Grundlage individuellerer Behandlungskonzepte für an Demenz Erkankte - Darüber hinaus stellten die WissenschafterInnen fest, dass Kombinationen dieser „Proteinopathien“ untereinander und mit Erkrankungen der Blutgefäße häufiger sind, als bisher angenommen. Laut Kovacs könnten einige dieser krankhaften Veränderungen zu einem rascheren Fortschreiten der Demenz führen. Jedoch gibt es anscheinend auch Variationen, die weniger „schädlich“ sind und dadurch weniger rasch fortschreiten.

