Das idealisierte Bild von Raum und Zeit in Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie ordnet jedem Punkt im Raum eine ideale Uhr zu, welche gleichmäßig tickt, ohne von benachbarten Uhren beeinflusst zu werden. Wenn jedoch sowohl quantenmechanische als auch gravitationsbedingte Effekte berücksichtigt werden, ist dieses Bild nicht länger haltbar, da die Uhren einander gegenseitig stören. Die Zeiger der Uhren werden "unscharf" (Copyright: Flaminia Giacomini, Fakultät für Physik, Universität Wien).
PhysikerInnen der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften um 'aslav Brukner haben herausgefunden, dass die Genauigkeit der Zeitmessung fundamental eingeschränkt ist: Je genauer eine bestimmte Uhr arbeitet, umso mehr "verwischt" sie den Zeitfluss, den benachbarte Uhren messen. Infolgedessen ist die Zeit, die die Uhren anzeigen, nicht länger klar definiert. Diesen Nachweis erbrachten sie, indem sie Aspekte der Quantenmechanik und Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie kombinierten. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die ForscherInnen in "PNAS". Aus dem Alltag sind wir damit vertraut, dass wir Eigenschaften eines bestimmten Objekts mit beliebiger Genauigkeit bestimmen können. In der Quantenmechanik, einer der bedeutendsten Theorien der modernen Physik, erklärt jedoch die Heisenberg'sche Unschärferelation, dass es eine grundsätzliche Grenze der Genauigkeit gibt, mit der bestimmte physikalische Eigenschaften, z.B. die Energie und die Zeitangabe einer Uhr, gepaart sind: Je genauer eine Uhr geht, desto größer ist die Unschärfe in ihrer Energie. Eine beliebig genaue Uhr würde daher eine unbeschränkte Unschärfe in ihrer Energie aufweisen.
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