MedUni Wien forscht an kausalen, klinischen Therapieansätzen gegen Alzheimer
Rund zehn Prozent der Über-65-Jährigen und ein Drittel der Über-80-Jährigen leiden an der Alzheimer Demenz (AD). Insgesamt haben in Österreich rund 75.000 Menschen Alzheimer. Derzeit leiden weltweit etwa 30 Millionen Menschen an AD, laut Prognosen sollen es 2030 bereits 63 Millionen und 2050 bereits 114 Millionen sein. „Therapeutisch stehen derzeit vier symptomatische Therapie-Optionen zur Verfügung, die den klinischen Verlauf der Erkrankung signifikant mildern und verzögern können“, sagt Peter Dal Bianco von der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien. Derzeit sind ausschließlich symptomatische Therapien zugelassen. Das Fortschreiten der Symptome kann dadurch etwa um ein Jahr verzögert werden. Kausale Therapie als Forschungsschwerpunkt weltweit Der Alzheimer-Forschungsschwerpunkt weltweit - und auch an der MedUni Wien – ist aber die Entwicklung kausaler, klinischer Therapien. Derzeit gibt es mehrere Impfstudien in fortgeschrittenen Phasen. Neuester Ansatz dabei ist die Tau-Protein-basierte Impftherapie, die zur Reduktion von Tau und damit zur Verbesserung der Gedächtnisleistung beitragen soll. Tau-Proteine sind wichtige Bestandteile des Zytoskeletts, einem aus Proteinen aufgebauten Netzwerk. Sie sind am Stofftransport zwischen den Nervenzellkörper und Synapsen beteiligt. Dal Bianco: „Die Tau-Proteine sind so etwas wie die Schwellen der Schienen im Zugverkehr. Geraten ihre Schrauben aus der Verankerung, führt das zur Entgleisung.“ Genau das passiert bei der Alzheimer-Erkrankung: Wird ein Tau-Protein durch verschiedene Phospho-Kinasen hyperphosphoryliert, führt das zu Mikrotubulus-Schädigung. Hyperphosphorilierte Tauproteine werden in Folge als „Neurofibrillen“ in der Nervenzelle abgelagert, diese wird dadurch geschädigt, funktionsgestört und stirbt schließlich ab. Studie zur Tau-Aktiv-Immuntherapie an der MedUni Wien
