Der ,,gläserne" Mensch: Nervenultraschall ermöglicht exakte Diagnose und Therapie von Nervenverletzungen
Auszeichnungen für Mediziner der MedUni Wien beim Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Notfallund Katastrophenmedizin. Raphael van Tulder erhält Forschungsförderung der Gesellschaft für internistische und allgemeine Intensivmedizin und Notfallmedizin Nervenultraschall hat sich rasant zu einem immer exakter und leichter einsetzbaren Diagnose-Tool entwickelt. Menschen, die an Verletzungen peripherer Nerven leiden und einen rekonstruktiven, plastischen, chirurgischen Eingriff benötigen, haben oft ein lange Leidensgeschichte und viele Operationen hinter sich. Mit Nervenultraschall kann diese Leidenszeit heutzutage extrem verkürzt werden, da der ultraschallunterstützte Blick in die Nervenbahnen dabei hilft, sowohl in der Diagnostik wie auch in der Therapie genauere und schnellere Maßnahmen zu ergreifen. Die MedUni Wien hat mit den Forschungen an der Klinischen Abteilung für Neuroradiologie und Muskuloskeletale Radiologie (Leitung der Forschungsgruppe Nervenultraschall: Gerd Bodner) an der raschen Weiterentwicklung dieser neuen Sonografie-Methoden maßgeblich mitgewirkt. Neben der mittlerweile als Standarddiagnostik etablierten Darstellung häufiger Engpasssyndrome der Hand wie z.B. dem Karpaltunnelsyndrom (Verletzung des Mittelarmnervs in der Handwurzel) und dem Kubitaltunnelsyndrom (Verletzung des Ellennervs), erlaubt die hochauflösende Sonographie mit bis zu 22 Megahertzsonden immer neuerer Einsatzgebiete von Nervenverletzungen: Beispielsweise nach dem Einsetzen von Kreuzband-Plastiken am Knie oder bei Geschwulstbildungen an sensorischen Nerven (Neurome).
