Schematische Darstellung der Gleichstromstimulation des Gehirns. Die drei kleinen Elektroden sind über dem linken dorsolateralen präfrontalen Kortex angebracht, die große Schwammelektrode auf der rechten Seite des Gehirns. Wird eine Spannung angelegt, fließt ein sehr schwacher Strom (0.45 mA) durch Kopfhaut, Schädelknochen und Gehirn von der einen zur anderen Elektrode und verändert dabei vorübergehend die elektrische Aktivität der Nervenzellen. (Copyright: Jürgen Pripfl)
No risk, no fun? - Hirnstimulation kann risikofreudige Menschen einbremsen und risikoscheue enthemmen. Gehören Sie zu den Adrenalin-Junkies, die ihr Schicksal gerne herausfordern um sich lebendig zu fühlen, oder löst der Gedanke, sich an einem Seil hängend in die Tiefe zu stürzen, schieres Entsetzen bei Ihnen aus? In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben ein ForscherInnenteam um Jürgen Pripfl und Claus Lamm vom Institut für Psychologische Grundlagenforschung der Universität Wien herausgefunden, dass die linke Gehirnhälfte die Vorund Nachteile in riskanten Entscheidungen rational abwägt, während die rechte Gehirnhälfte verführerische oder ängstliche Impulse kontrolliert. Wie die Forscher im Fachmagazin "European Journal of Neuroscience" zeigen, kann eine Stimulation des dorsolateralen präfrontalen Kortex (dlPFC) mit Hilfe schwacher elektrischer Ströme das Risikoverhalten beeinflussen. Während des Experiments erhöhten die WissenschafterInnen die Aktivität der Nervenzellen in dieser Gehirnregion entweder in der linken oder in der rechten Gehirnhälfte. Wurde die neuronale Aktivität in der linken Seite gesteigert, optimierten sowohl risikofreudige als auch risikoscheue SpielerInnen ihr Entscheidungsverhalten und verbesserten Ihre Punktesumme in der "kalten" Variante eines Kartenspiels. "Kalt" deswegen, weil in dieser Variante rein rationales Kalkül zur Abwägung des Risikos notwendig war. Die SpielerInnen mussten auf Basis von drei Spielparametern (Pluspunkte pro aufgedeckter Karte, Anzahl von Verlustkarten im Stapel, Punktverlust bei Aufdecken einer Verlustkarte) zu Beginn jeder Runde die Anzahl aufzudeckender Karten (von 0 bis 32) angeben.
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