Ein kritischer Blick auf die Geschichte

"Im Zentrum des ’Haus der Geschichte Österreich’ soll die Auseinandersetzung mit den sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Lebenswelten von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart stehen", ...
Zum 100-jährigen Jubiläum der Republik Österreich 2018 soll das "Haus der Geschichte Österreich" fertiggestellt werden. Es will nationale Geschichte in Frage stellen und kritisch beleuchten, so Zeithistoriker Oliver Rathkolb von der Universität Wien, der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats. uni:view: 2018 ist noch lange hin - können Sie schon jetzt verraten, was die BesucherInnen im "Haus der Geschichte Österreich" erwarten wird? Oliver Rathkolb: Wir wollten einen starken Auftakt, und so wird sich im Eingangsbereich des Museums alles um die Frage "Who are the Austrians?" drehen. Es geht um eine kritische Auseinandersetzung mit klassischen Identitätssymbolen und Zugehörigkeitsdebatten. Wir wollen zeigen, dass es nicht den oder die ÖsterreicherIn gibt. Die österreichische Gesellschaft war schon im 19. Jh. eine Migrationsgesellschaft und ist das Produkt verschiedener Entwicklungen. Gleich zu Beginn möchten wir also ein Verständnis für Pluralität schaffen und den Blick öffnen. uni:view: Und von dort, wie geht die Reise durch die Geschichte weiter? Oliver Rathkolb: Im ersten Stock beginnt der Rundgang durch die Dauerausstellung, die sich auf rund 1.600m² erstrecken wird. Dort werden drei Längsschnitt-Themen realisiert: Demokratieentwicklung; Kriege, Gewalt und Friedensbewegungen sowie Holocaust und Nationalsozialismus. Wir konzentrieren uns hier auf die verspätete Auseinandersetzung Österreichs, auf Opfer und TäterInnen, inner-, aber auch außerhalb Österreichs. uni:view: Ziel ist es also, einen kritischen Blick zu vermitteln...
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