Die Bildungspsychologin Christiane Spiel beschäftigt sich bereits seit 1995 mit dem Thema Migration. Seit 2014 ist sie Mitglied im Migrationsrat für Österreich. (Foto: Universität Wien)
Anlässlich der Semesterfrage "Wie verändert Migration Europa?" sprach uni:view mit der Bildungspsychologin Christiane Spiel über den Zusammenhang von Bildung und Migration, Bullying in multikulturellen Schulklassen, fehlende Förderung und das Problem von sogenannten "Ghetto-Klassen". uni:view: Wann und wie sind Sie als Bildungspsychologin zum ersten Mal mit dem Thema Migration in Berührung gekommen? Christiane Spiel: Ich habe mich schon vor 20 Jahren, noch als Professorin in Graz, mit den sozialen Beziehungen in multikulturellen Schulklassen beschäftigt. Das Hauptaugenmerk unserer damaligen Studien lag zunächst auf negativen sozialen Beziehungen, vor allem dem Phänomen des Bullying. Konkret haben wir im Vergleich zwischen SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund analysiert, wie oft Bullying vorkommt und wer häufiger die "TäterInnen" bzw. die "Opfer" sind. Später haben wir uns dann auch positive soziale Beziehungen angeschaut, insbesondere Freundschaften. Als ich dann im Jahr 2000 an die Universität Wien gewechselt bin, haben wir diese Forschungen hier fortgeführt. uni:view: Was haben Sie herausgefunden, sind Kinder mit MIgrationshintergrund öfter in Bullying-Aktivitäten involviert? Spiel: Nein. Wir haben inzwischen sehr viele Studien mit unterschiedlichen methodischen Zugängen dazu durchgeführt. Über die gesamte Fülle an Studien hinweg betrachtet sind es eher die einheimischen Kinder, die häufiger zu Bullys und Victims werden. uni:view: Seit 1995 hat sich in punkto Migration einiges getan. Worin liegt der größte Unterschied zwischen damals und heute?
TO READ THIS ARTICLE, CREATE YOUR ACCOUNT
And extend your reading, free of charge and with no commitment.