Erste Dinge, Texte, Bilder, Klänge: das Mittelalter als Ursprungszeitalter
Die Ringvorlesung des IZMS (Interdisziplinäres Zentrum für Mittelalterstudien) findet jeweils montags, 18 bis 19. Uhr im Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Str. HS E.002 (Agnes Muthspiel), statt. Am 14.10. spricht Herhard Jaritz über "Die Suche nach Erstem im Mittelalter: Kontexte, Zweifel und Entwicklungsstränge". ,,Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Dieses Zitat Hermann Hesses bringt einerseits die Aura des Besonderen zum Ausdruck, die im Aufbruch zum Neuen liegt, andererseits das Faszinosum, das die Beschäftigung mit Anfängen aller Art birgt. Die Mittelalterforschung aller Fachrichtungen fragt seit jeher nach den Ursprüngen vieler kultureller Phänomene, die bis heute nachhaltig Europa und die von Europa abhängig gewesenen ehemaligen Kolonialländer in ihrer Gestaltung und Identität prägen. Die Gefahr, die ein solcher Ansatz mit sich bringt, ist die Fokussierung auf ,,den einen" Beginn, die den Blick auf das Prozesshafte hinter kulturellen Wandlungsprozessen verstellen kann: Denn auch ein ,,Erstes" hat Wurzeln in etwas Anderem, Älterem, wobei diese Wurzeln meist nicht oder nur lückenhaft überliefert werden. Im Vordergrund soll deshalb die kulturelle Kontextualisierung von Veränderung stehen, indem z.B. Fragen nach den gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen oder ökologischen Faktoren nachgegangen wird: Welcher Rahmenverhältnisse bedurfte es, damit sich Umbrüche auch nachhaltig als kulturelles Phänomen durchsetzen konnten, wie verlief dieser kulturelle Verhandlungsprozess und wie wirkte sich dieser wiederum auf das ,,Neue" aus?


