Grenz-Flächen-Erfahrungen
Wie sich die Atome eines einfachen Materials wie Kobalt-Oxid im Festkörper anordnen, ist relativ leicht zu berechnen. Ihr Verhalten an Grenzflächen zu anderen Materialien ist allerdings für Überraschungen gut. Kristalle unterschiedlicher Gitterkonstante sind schwer aneinander anzupassen - wie unterschiedlich große Legosteine. Auf die geometrische Ausrichtung kommt es an: Ob sich ein Material, das man auf der Oberfläche eines Festkörpers anbringt, gut als Katalysator eignet, kann von der Richtung abhängen, in der sich eine geordnete Kristallstruktur ausbildet.Florian Mittendorfer und Josef Redinger vom Institut für Angewandte Physik konnten gemeinsam mit Kollegen von der Universität Erlangen in einem Artikel für das Fachjournal ,,Physical Review Letters" nun zeigen, dass man diese Ausrichtung einer Kobalt-Oxid-Oberfläche chemisch beeinflussen kann. Materialwissenschaft (,,Materials and Matter") ist einer der fünf Forschungsschwerpunkte der TU Wien. Die Arbeit entstand im Rahmen des FWF-Spezialforschungsbereichs ,,FOXSI" (Functional Oxide Surfaces and Interfaces). Zerschnittene Würfelgitter - Atomlage für Atomlage lassen sich ultradünne Schichten eines Materials auf ein geeignetes Substrat aufdampfen.



