Senatsvorsitzende: Wissenschaft darf nicht zum ,,Anhängsel" wirtschaftspolitischer Anliegen degradiert werden!
Die Senatsvorsitzenden der 21 österreichischen Universitäten sind bestürzt, dass die prospektive Bundesregierung sich auf die Auflösung des Wissenschaftsministeriums geeinigt hat. Alle Appelle, die dagegen von Universitäten und universitären Institutionen in den letzten Wochen an die Koalitionsparteien gerichtet wurden, sind offenbar ungehört verhallt. Dies ist ein schlimmes Signal an jene Kreise, die sich seit Wochen für die Stärkung von Wissenschaft und Forschung an den Universitäten, für die Stärkung des Forschungsstandorts Österreich und den Bestand eines eigenen Ministeriums für diese Belange einsetzten. Es lässt tief blicken, wie die Politik hier mit den Universitäten umgeht. Die Senatsvorsitzenden anerkennen, dass das Regierungsprogramm trotz Krisenzeiten am Ziel der Stärkung des tertiären Bildungssektors festhält und explizit verspricht, durch konkrete budgetäre Maßnahmen bis 2020 das 2 %-BIP-Ziel für diesen Sektor zu erreichen. Umso mehr erwarten sie aber jetzt klare und konkrete Botschaften, dass die Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft in einem Ministerium konstruktiv genutzt wird, die Autonomie gestärkt und die Universitäten nicht zu einem ,,Anhängsel" wirtschaftspolitischer Anliegen degradiert werden. Dies muss in Titel und Organisation des neuen Ministeriums, aber auch im neuen Bundesfinanzrahmengesetz zum Ausdruck gebracht werden.

