Kirche und Kaiser

Kardinal Friedrich Gustav Piffl (1864-1932). Bild: Wikimedia Commons
Kardinal Friedrich Gustav Piffl (1864-1932). Bild: Wikimedia Commons
Theologin der Uni Graz erforscht die Haltung der Bischöfe und des Klerus im Ersten Weltkrieg - ,,Der Krieg lehrt beten", war der Seckauer Bischof Leopold Schuster (1842-1927) überzeugt und teilte damit die offizielle Meinung der Bischöfe der Habsburgermonarchie, die beim Ausbruch des Krieges loyal hinter dem Kaiser und dessen Kriegspolitik standen. Die Grazer Theologin Ao.Univ. Michaela Sohn-Kronthaler untersucht die Haltung der römisch-Katholischen Kirche in Österreich zum Ersten Weltkrieg, die bislang in der Forschung - im Vergleich mit dem Zweiten Weltkrieg - wenig Beachtung gefunden hat. Als Kaiser Franz Joseph I. am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg erklärte, erschien in der Erzdiözese Wien eine Sondernummer des Diözesanblattes. Darin veröffentlichte Kardinal Friedrich Gustav Piffl gemeinsam mit der Kriegserklärung ein Hirtenschreiben, in dem er seine Unterstützung für ,,die gerechte Sache unseres Vaterlandes" zum Ausdruck brachte. ,,Alle Bischöfe im Gebiet des heutigen Österreich waren überzeugt, dass es sich um einen gerechten, legitimen, notwendigen, ja aufgezwungenen Krieg handle", weiß Michaela Sohn-Kronthaler vom Institut für Kirchengeschichte und Kirchliche Zeitgeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz. ,,Dabei berief sich der Klerus auf die Kirchenlehrer Augustinus und Thomas von Aquin, die einen Verteidigungskrieg um des Friedens willen als gerechtfertigt erklärt hatten", so die Theologin, die mit ihren Forschungen die Rolle der Kirche im Ersten Weltkrieg näher beleuchtet.
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