
Ein Experte des Bundesheeres gab Details vor: Ein diktatorischer Staat versucht, die europäischen Demokratien zu schwächen. Dafür wurden eine ganze Reihe von Einzelzielen definiert, u. a. auch der Masterstudiengang Politische Bildung an der JKU. Die 12 Teilnehmer*innen teilten sich in zwei Gruppen: Gruppe 1 versuchte mit Mitteln der hybriden Kriegsführung die Politische Bildung derart negativ in der öffentlichkeit erscheinen zu lassen, dass das Studium eingestellt wird. Gruppe 2 hat den schwierigen Auftrag, ein Verteidigungskonzept dagegen zu entwerfen.
Angreifer*innen und Verteidiger*innen waren Studierende der Politischen Bildung und absolvierten die Lehrveranstaltung ,,Politik und Medien in der Praxis", geleitet von Univ.-Prof. Thomas Spielbüchler , der dabei auf die professionelle Unterstützung von Co-Leiterin Stefanie Ruep (Redakteurin "Der Standard") zählen konnte.
Der sehr detaillierte Angriffsplan ließ erahnen, wie schnell, nachhaltig und zerstörerisch sich Desinformationskampagnen auswirken können - dementsprechend schwierig war die Aufgabe für Gruppe 2. Diese meisterte die Herausforderung und konnte der Attacke eine durchdachte Abwehrstrategie entgegensetzen. Eines blieb aber evident: ein professioneller Angriff lässt sich kaum ohne Spuren überstehen.
Nach einer Diskussion der Gruppenergebnisse ging der Bundesheer-Experte auf die Struktur eines hybriden Angriffes ein und erklärte den Teilnehmer*innen Strategie, Aufbau und Umsetzung solcher Vorhaben - sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung. Die Erkenntnisse daraus waren allerdings beunruhigend: Ein sensibilisierter Blick auf diverse Desinformationskampagnen rund um politische Entscheidungen in Europa und der Welt zeigt, dass hybride Bedrohungen schon längst eine Realität darstellen, der sich die öffentlichkeit oft nicht ausreichend bewusst ist.
Das Feedback der Studierenden zum Workshop war außerordentlich positiv: eine wichtige Thematik, praxisnah dargestellt und unverzichtbar. Beeindruckt zeigte sich auch Spielbüchler: "Das Thema ist zu wichtig, um es zu ignorieren. Beim Österreichischen Bundesheer gibt es dazu enorme Expertise, von der wir an der JKU hoffentlich auch in Zukunft noch profitieren können."


