TU Wien-Spin-Off sorgt für verlässlichere Halbleiter-Bauelemente

Markus Karner (CEO), Philipp Prause (UX Manager), Christian Kernstock (CDO), Osk

Markus Karner (CEO), Philipp Prause (UX Manager), Christian Kernstock (CDO), Oskar Baumgartner (Senior Scientist), Zlatan Stanojević (CTO)- v.l.n.r.

Die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und den Bedürfnissen der Halbleiterindustrie schließt das Wiener Unternehmen "Global TCAD Solutions", das aus der TU Wien hervorging.

Markus Karner (CEO), Philipp Prause (UX Manager), Christian Kernstock (CDO), Oskar Baumgartner (Senior Scientist), Zlatan Stanojevi? (CTO)- v.l.n.r.

Die fortschreitende Miniaturisierung bewirkt, dass bereits die Lage einzelner Oxidstörstellen das Verhalten jedes Bauelements beeinflusst.

Oxidstörstellen und Alterung des Bauteils: Die Simulation von langsam ablaufenden Alterungsvorgängen ermöglicht die gezielte Reduktion der Ausfallsquote.

Mikroelektronische Bauteile werden immer kleiner - und somit wird es auch immer schwieriger, ihr Verhalten genau zu berechnen. Doch genau solche Berechnungen sind für die Halbleiterindustrie unverzichtbar. Die Bauteile herzustellen ist kompliziert, zeitaufwändig und teuer. Man muss sie daher bereits optimieren und ihr Verhalten verstehen, bevor sie überhaupt gebaut werden.
Das gelingt mit ausgeklügelten Softwarelösungen, wie sie vom jungen Wiener Unternehmen "Global TCAD Solutions" entwickelt werden. "Die Firma wurde 2008 gegründet - von Leuten die einander bei der Arbeit am Institut für Mikroelektronik der TU Wien kennengelernt haben", erzählt Philipp Prause, der User-Experience-Manager von Global TCAD Solutions.
Nun wurde die Firma vom Innovation Radar, einer Initiative der Europäischen Kommission, als eine der 10 besten Innovatoren bei EU-geförderten Forschungsprojekten in der Kategorie "Best Young SME" ausgewählt und hat Chancen auf den Innovation Radar Prize 2017, der im November in Budapest verliehen wird.
Wissenschaft und Industrie
Global TCAD Solutions beschränkt sich nicht darauf, wissenschaftliche Ergebnisse der Industrie zugänglich zu machen. Die Firma legt Wert darauf, auch selbst wissenschaftliche Forschung zu betreiben und die Grenzen des technisch Möglichen immer weiter zu verschieben. Mehr als 150 wissenschaftliche Publikationen wurden von Global TCAD Solutions bereits veröffentlicht. So wurde es möglich, Simulations-Software zu entwickeln, die alle wesentlichen Bereiche moderner Halbleiter-Strukturen auf Nano-Skala abdeckt - von quantenphysikalischen Transportphänomenen bis zur Berechnung von elektronischen Bandstrukturen in Festkörpern.
"Alle wichtigen Effekte können bei uns in einer einzigen Simulation berücksichtigt werden, so können die Herstellerfirmen ihre Halbleiterstrukturen bereits genau studieren, bevor sie erstmals hergestellt werden", sagt Markus Karner, CEO. "Das bedeutet, dass man Produkte schneller auf den Markt bringen und enorme Geldsummen einsparen kann." Auch die Alterung der Bauteile, schädlicher Einfluss durch Strahlung oder die Auswirkung von Unregelmäßigkeiten im Material können schon im Vorhinein berechnet werden. So werden mikroelektronische Bauteile verlässlicher und haltbarer.
Mit diesen Leistungen überzeugt das TU Wien-Spinoff nicht nur Kunden, sondern schaffte nun auch die Nominierung durch den "Innovation Radar" der Europäischen Kommission. In der Kategorie "Best Young SME" ist Global TCAD Solutions unter den zehn Finalisten - Sie können mit Ihrer Stimme mitentscheiden, wer diesen Preis erhalten soll:

ec.europa.eu/futuriu­m/en/best-young-sme/gts