Preisgekrönte Sonnenforschung

Julia Thalmann nahm gestern Abend die Alexander-Chizhevsky-Medaille für ihre wissenschaftliche Arbeit entgegen. Foto: KK

Die Astrophysikerin Dr. Julia Thalmann vom Institut für Physik der Universität Graz gewinnt den internationalen Alexander-Chizhevsky-Preis für Space Weather and Space Climate 2016. Mit dieser Auszeichnung werden einmal jährlich junge WissenschafterInnen für herausragende Leistungen im Forschungsbereich Weltraumwetter und Weltraumklima prämiert. Thalmann nahm den Preis gestern, am 14. November 2016, im Rahmen der European Space Weather Week im belgischen Ostende entgegen.
Sonnenausbrüche sind die Ursache für starke Störungen des Weltraumwetters, die unter anderem die Funktion zahlreicher Satelliten beeinträchtigen. Thalmann untersucht die physikalischen Prozesse, die diesen Turbulenzen zugrunde liegen. Im Speziellen beschäftigt sich die 36-Jährige mit dem Magnetfeld in der äußeren Sonnenatmosphäre, der Korona. Solche Untersuchungen sind von zentraler Bedeutung, da die kurzzeitigen Änderungen des Magnetfeldes Auslöser für Sonneneruptionen sind. Thalmann untersucht mit Hilfe von numerischen Modellen, wie die Ausbrüche verlaufen und warum sie überhaupt auftreten. Damit liefert die Physikerin wichtige Grundlagen, um zukünftig die Auswirkungen des Weltraumwetters auf der Erde besser prognostizieren zu können.
Julia Thalmann studierte an der Karl-Franzens-Universität Graz Physik mit Schwerpunkt Astrophysik und schloss das Diplomstudium 2006 mit Auszeichnung ab. Im Laufe eines mehr als sechsjährigen Forschungsaufenthalts am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen konnte sie sich mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit international etablieren. 2010 promovierte Thalmann magna cum laude an der Technischen Universität Braunschweig, seit 2013 ist sie wieder als Mitglied der Arbeitsgruppe Physik der Sonne und der Heliosphäre an der Uni Graz tätig.


 
 
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