Neues Weiterbildungsprogramm ab Oktober: Archäologisches Erbe und Kulturgüterschutz

Der Fokus des Zertifikatskurses ist verstärkt auf praxisorientierte Durchführung

Der Fokus des Zertifikatskurses ist verstärkt auf praxisorientierte Durchführung und anwendbare Methoden gesetzt (Copyright: James Byrum, flickr.com; (CC BY 2.0)).

Zertifikatskurs "Archaeological Heritage" in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt

ArchäologInnen übernehmen Verantwortung im Spannungsfeld zwischen Archäologie, Stadtplanung, Infrastrukturplanungen und Denkmalpflege. Dazu sind Kenntnisse über internationale und nationale Standards und Fähigkeiten im Projektund Heritagemanagement notwendig. Das neue Weiterbildungsangebot des Postgraduate Center der Universität Wien soll ArchäologInnen dabei unterstützen. Der Kurs stellt seit seiner Einführung im Jahr 2015 österreichweit die einzige Weiterbildung in diesem Bereich dar. Mit der Namensänderung "Archaeological Heritage" wird der notwendigen Internationalisierung des Angebots Rechnung getragen.

ArchäologInnen bringen bei Bautätigkeiten in besiedelten Gebieten oder bei Infrastrukturmaßnahmen nicht nur ihre archäologische und kulturgeschichtliche Expertise ein. Ziel des Zertifikatskurses "Archeaological Heritage" ist es, die TeilnehmerInnen durch den Erwerb hoher Kompetenzen in den Bereichen internationale und nationale gesetzliche Grundlagen und Konventionen, fachspezifische Richtlinien, Projektmanagement für archäologische Maßnahmen und Begutachterverfahren sowie Heritagemanagement auf verantwortungsvolle Tätigkeiten im Bereich der Denkmalpflege vorzubereiten bzw. in ihrer Ausübung zu unterstützen. Zudem wird der Fokus verstärkt auf praxisorientierte Durchführung und anwendbare Methoden gesetzt. Es stehen künftig Exkursionen zum Beispiel zu Museen in Wien und Niederösterreich sowie der Besuch von Konservierungswerkstätten auf dem Lehrplan, um zusätzlich praxisorientierte Aspekte stärker zu berücksichtigen.
Der Zertifikatskurs findet in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt statt. Unter den Vortragenden finden sich unter anderen Lehrende aus dem VIAS (Vienna Institut for Archaeological Science).

Im Spannungsfeld zwischen Bewahren und Modernisieren

Der Zertifikatskurs richtet sich an Personen, die entweder in einem archäologischen Fach oder verwandten Disziplinen ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben oder an Personen, die im Bereich des Raumplanungs-, Planungsoder Architekturbüros sowie in Baufirmen tätig sind. Die TeilnehmerInnen erwerben interdisziplinäres und praxisbezogenes Wissen über das System der nationalen und internationalen gesetzlichen Grundlagen und Konventionen. Ziel ist es, den Studierenden jene Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln, die sie für den aktuell ausgeübten Beruf oder eine angestrebte Erwerbstätigkeit in den einschlägigen Berufsfeldern benötigen. Anmeldungen sind jederzeit möglich.
"Der verantwortungsvolle Umgang mit unserem kulturellen Erbe ist eine der Kernaufgaben der archäologischen Denkmalpflege. Die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Werten der archäologischen Relikte und die Vermittlung von qualifizierenden Kenntnissen zum Schutz des archäologischen Erbes im nationalen und internationalen Diskurs kann nur in enger Kooperation mit den Partnern im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich wirksam gewährleistet werden. Gleichermaßen ist es essentiell, eine breite Öffentlichkeit mit in den Dialog einzubeziehen", sagt Claudia Theune-Vogt als wissenschaftliche Leiterin des Zertifikatskurses. Sie ist Dekanin der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät und Professorin am Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien und damit ausgewiesene Expertin im Bereich der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit.


 
 
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